Mittlerer Osten
Iran will Atomgespräche wieder aufnehmen

Überraschende Töne aus Teheran: Im Streit um das Atomprogramm will die iranische Regierung die Verhandlungen mit der EU wieder aufnehmen. Außerdem wurde der UNO erlaubt, eine Militäranlage in der Nähe der Hauptstadt zu inspizieren.

HB TEHERAN. Wie die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars am Sonntag berichtete, hat Chefunterhändler Ali Laridschani an Deutschland, Frankreich und Großbritannien Briefe gesandt. Die drei Länder hatten im Auftrag der Europäischen Union (EU) erfolglos mit der Islamischen Republik über eine Aufgabe ihres Atomprogramms verhandelt. Die Gespräche wurden im August abgebrochen, nachdem die Regierung in Teheran ein EU-Angebot abgelehnt hatte und stattdessen Vorbereitungsarbeiten für die Urananreicherung wieder aufgenommen hatte.

In dem Brief begrüßt Laridschani laut Agentur „rationale und konstruktive Verhandlungen“ im Rahmen internationaler Regeln. Ein EU-Diplomat in Teheran bestätigte, die Minister hätten unlängst einen Brief von Laridschani erhalten. Er wollte sich jedoch nicht zum Inhalt äußern.

Zudem wurde das UN-Behörde Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) erlaubt, eine Militäranlage in Partschin bei Teheran zu inspizieren. Das bestätigte am Sonntag der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid-Resa Assefi. „Wir haben von Anfang an keine Probleme mit den Inspekteuren gehabt“, beteuerte der Sprecher.

Frühere Anfragen der IAEO auf Inspektionen der Anlage hatte Teheran zunächst abgelehnt. Die jetzige Zustimmung wurde von Beobachtern als Anzeichen iranischer Kooperationsbereitschaft gewertet. Am 24. November berät der IAEO-Gouverneursrat in Wien erneut über das umstrittene iranische Atomprogramm.

Mit der Wiederaufnahme der Urankonversion in seiner Anlage in Isfahan hatte der Iran den Unmut der IAEO auf sich gezogen. Die sah internationale Abmachungen verletzt und drohte, den Streit vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen. Der Sicherheitsrat wiederum könnte Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängen. Die IAEA will noch in diesem Monat über ein Einschalten des Gremiums diskutieren.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte jüngst zusätzlich aus aller Welt scharfe Kritik auf sich gezogen: Er hatte gefordert, Israel müsse „von der Landkarte ausradiert werden“. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte daraufhin seinen für Mitte November geplanten Besuch in Teheran ab.

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