Mittlerer Osten
Katars Staatsfonds prüft Anlagen in Deutschland

Trotz der globalen Finanzkrise sind Staatsfonds aus dem rohstoffreichen Mittleren Osten weiter an Investitionen in Deutschland interessiert: Die arabischen Investoren hoffen auf Knowhow-Transfer. Auf besonderes Interesse stoßen etablierte Industrieunternehmen.

DUBAI. Trotz der globalen Finanzkrise sind Staatsfonds aus dem rohstoffreichen Mittleren Osten weiter an Investitionen in Deutschland interessiert. So will sich der mehr als 50 Mrd. Dollar schwere katarische Fonds "Qatar Investment Authority" (QIA) im Juni vor Ort über Anlagemöglichkeiten in Deutschland informieren. Das wurde beim Besuch einer von Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach geleiteten deutschen Delegation in der katarischen Hauptstadt Doha vereinbart. Die QIA ist hinter der Abu Dhabi Investment Authority und der Kuwait Investment Authority die kapitalstärkste staatliche Investmentgesellschaft im Mittleren Osten. Das Emirat Katar sitzt auf riesigen Gas-Reserven und ist bereits heute der größte Flüssiggas-Exporteur der Welt.

"Wir sind bei den Arabern auf außerordentlich hohe Resonanz gestoßen", sagte Staatssekretär Pfaffenbach dem Handelsblatt. Für die Scheichs stünden deutsche Firmen aus den Bereichen erneuerbare Energien, Chemie, Automobil, Luftfahrt sowie Medizintechnik oben auf der Liste. Den Kataris schweben dabei in erster Linie weniger Start-upsals am Markt etablierte Betriebe vor. Laut QIA sucht der Fonds Blue-Chip-Unternehmen mit gesundem Umsatz und Gewinn. Angepeilt würden Firmen, die wachsen und für ihre Expansionspläne Eigenkapital benötigten. Dabei seien grundsätzlich alle Sektoren interessant, vor allem aber Industrieunternehmen.

Der katarische Premierminister Hamad Al-Thani hatte bei seinem Berlin-Besuch im vergangenen April erstmals signalisiert, dass der Golf-Staat deutsche Firmen stärker auf den Radarschirm nehmen möchte. Dabei geht es jedoch nicht nur um hohe Renditen. "Der Fonds hat deutlich gemacht, dass er deutsche Betriebe bevorzugen würde, die auch im Mittleren Osten aktiv werden", betonte Michael Pfeiffer, Chef von "Germany Trade & Invest".

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