Modell ausgesucht: USA wollen neue Atomsprengköpfe bauen

Modell ausgesucht
USA wollen neue Atomsprengköpfe bauen

Die erste Produktion neuer Atomsprengköpfe in den USA seit mehr als 20 Jahren rückt näher. Die zuständige Behörde für Nationale Nukleare Sicherheit (NNSA) entschied sich nach eigenen Angaben für ein konkretes Modell, das vom Lawrence Livermore Laboratorium in Kalifornien entwickelt wurde.

HB WASHINGTON. Der Leiter der Behörde, Thomas D'Agostino, versicherte den Atommächten Russland und China zugleich, dass die Sprengköpfe keine neue Bedrohung für sie darstellten. Sie würden das US-Atomarsenal nicht erweitern, sondern sollten lediglich alternde Sprengköpfe ersetzen. Die Sprengkraft werde durch die Modernisierung nicht vergrößert.

Die US-Regierung sorgt sich seit langem um die Zuverlässigkeit ihres Nukleararsenals, das nach Schätzungen zur Zeit etwa 6000 Sprengköpfe umfasst und nach einer Abrüstungsvereinbarung zwischen Washington und Moskau bis 2012 auf 2200 bis 1700 schrumpfen soll. Auf Grund eines beiderseitigen Testmoratoriums haben die USA seit mehr als 20 Jahren keine neuen Sprengköpfe mehr produziert und stattdessen daran gearbeitet, ihr bestehendes Arsenal durch Wartung und Modernisierungen einsatzbereit zu halten.

Das nun ausgewählte Modell stach ein rivalisierendes Design aus, das vom Atomlabor Los Alamos in New Mexico entwickelt wurde. US-Medien zitierten D'Agostino am Samstag mit den Worten, das Livermore-Modell habe den großen Vorteil, dass einzelne Teile in den 80er Jahren bereits getestet worden seien. Damit habe die US- Regierung „größeres Vertrauen“, dass sie funktionierten, ohne vorher in ihrer Gesamtheit unterirdisch erprobt worden zu sein. Außerdem verfüge das ausgewählte Modell über eine Sperrvorrichtung, die eine Zündung durch Unbefugte – etwa Terroristen – unmöglich mache.

Gibt die US-Regierung endgültig grünes Licht, und bewilligt der US-Kongress die nötigen Gelder, sollen von 2012 an zunächst alte Sprengköpfe auf U-Booten durch die neuen ersetzt werden. Zunächst soll die Marine bis zum Jahresende einen Kosten- und Produktionsplan aufstellen. Für das Haushaltsjahr 2007/2008 hat die Regierung nach Medienberichten 88 Millionen Dollar (etwa 66,7 Millionen Euro) für das Projekt vorgesehen, aber der Betrag könnte durch den Kongress gekürzt und damit eine Umsetzung des Programms verlangsamt werden.

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