Mögliche Rettungsaktion
Slowenien droht der Ansteckungseffekt

Bis auch Slowenien eine Bankenrettung braucht, fehlt nicht mehr viel. Schon seit längerer Zeit steht das kleine Euro-Mitglied auf der Kippe. Ob es wirklich so weit kommt, hängt nicht zuletzt von Spanien ab.
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Ob Slowenien eine Rettungsaktion für seine Banken benötigt, dürfte vor allem von Spanien abhängen. Die Ansteckungseffekte der viertgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone bedrohen das kleine Euro- Mitglied Slowenien.

Die Renditen neunjähriger slowenischer Anleihen bewegen sich fast parallel zu denen spanischer Anleihen. In der vergangenen Woche stiegen sie über sieben Prozent, nachdem Investoren verstärkt darauf setzten, dass die Schuldenkrise in Europa beiden Ländern den Zugang zum Kapitalmarkt verschließen dürfte. Während die Renditen in Belgien, Österreich und Frankreich auf Rekordtiefs gefallen sind, sind sie in Slowenien gestiegen, getrieben von der Besorgnis, dass das Land angesichts einer zunehmenden Zahl fauler Kredite seine Banken mit Geldern stützen muss.

“Ob Slowenien eine Bankenrettung braucht oder nicht, liegt nicht in seiner Macht”, sagte William Jackson, Volkswirt bei Capital Economics in London. “Slowenien ist eine kleine Volkswirtschaft und sehr anfällig für Risikoabneigung.”

Die Rendite der 2021 fälligen slowenischen Staatsanleihe mit einem Kupon von 4,375 Prozent lag in den vergangenen vier Wochen jeden Tag über sechs Prozent und schloss an sieben Handelstagen über sieben Prozent. Damit nähert sie sich einem Niveau, das Rettungsaktionen für Griechenland, Irland und Portugal auslöste. Aktuell liegen die Finanzierungskosten des Staates bei 6,86 Prozent, nachdem sie am 10. Juli mit 7,18 Prozent den höchsten Stand seit Januar erreichten.

Für neunjährige Ausleihungen zahlt Slowenien 557 Basispunkte mehr als Deutschland. Zum Vergleich: die Renditeprämie italienischer Anleihen gegenüber Bundesanleihen liegt bei 497 Basispunkten, bei belgischen Bonds beträgt der Spread 126 Basispunkte.

“Der Renditespread für slowenische Anleihen sollte irgendwo zwischen Italien und Belgien liegen, aber er ist aufgrund der Ansteckungseffekte höher”, kommentierte Peter de Coensel, Fondsmanager bei Petercam SA in Brüssel. “Ich denke, dass sie für einen langfristig orientierten Anleger, der von einer weiterhin intakten Eurozone ausgeht, ein gutes Investment sind. Ansonsten sind sie sehr volatil.”

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  • Das kann kaum überraschen. mondahu sagt schon seit zwei Jahren, daß alle westlichen Industrieländer, die USA und Japan eingeschlossen, fallen werden. Unklar ist nur die Reihenfolge und das Datum.

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