Mögliche Waffenlieferung
Nordkoreanisches Schiff zur Umkehr gezwungen

Die US-Marine verdächtigte Waffen an Bord eines nordkoreanischen Frachters - und ließ ihn umkehren. Nicht ohne sich vorher eine wilde Verfolgungsjagd zu liefern.
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Seoul Die US-Marine hat nach Medienberichten im Mai einen möglicherweise mit Waffen beladenen nordkoreanischen Frachter im Ostchinesischen Meer zur Umkehr gezwungen. Ziel des verdächtigen Schiffes sei möglicherweise Birma gewesen, zitierte die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag den Berater von US-Präsident Barack Obama, Gary Samore. Laut Yonhap und der „New York Times“ hatten die USA den Verdacht, dass das Schiff leichte Waffen oder auch Raketenteile schmuggeln wollte.

Was das Schiff wirklich geladen hatte, war unklar. Der Frachter sei wieder nach Nordkorea zurückgekehrt, um einer drohenden Inspektion zu entgehen. Der Zwischenfall ereignet sich den Berichten zufolge Ende Mai.

Nach einer Resolution des Weltsicherheitsrats vom Juni 2009 kann unter bestimmten Bedingungen auch Fracht aus dem kommunistischen Land stärker auf verbotene Waffenlieferungen kontrolliert werden. Mit der Resolution hatte das UN-Gremium auf den zweiten Atomtest in Nordkorea und eine Reihe weiterer Provokationen des Staates reagiert.

Der Frachter drehte den Berichten zufolge nach einer Verfolgungsjagd auf hoher See und tagelangem diplomatischem Druck durch Washington und asiatische Länder wieder Richtung Nordkorea ab. Die USA hätten die Länder in der Region, darunter Birma, aufgerufen, den Frachter zu untersuchen, sobald es einen Hafen anlaufe. „Die US-Marine nahm auch während der Fahrt Kontakt mit dem nordkoreanischen Schiff auf, um zu fragen, wohin sie fahren und was sie transportieren“, wurde Samore von Yonhap zitiert.

Die US-Marine hatte den unter der Flagge Belizes fahrenden Frachter beschatten lassen. Am 26. Mai habe der US-Zerstörer „McCampbell“ den Frachter südlich von Shanghai erreicht und die Besatzung aufgerufen, US-Soldaten an Bord kommen zu lassen, berichtete „The New York Times“. Viermal habe das die nordkoreanische Crew verweigert. Washington gab den Vorfall nicht offiziell bekannt. Regierungsbeamte hätten den Vorfall als Beispiel für das Zusammenspiel zwischen militärischer Macht und diplomatischem Druck beschrieben, um die Sanktionen gegen Nordkorea durchzusetzen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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