Mögliche Waffenruhe
Libysche Rebellen nennen Bedingungen

Der libysche Übergangsrat hat seine grundsätzliche Bereitschaft für einen Waffenstillstand signalisiert. Voraussetzung sei allerdings der sofortige Truppenabzug der Armee aus den Städten sowie ein Ende der Blockaden.
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BengasiDie libyschen Rebellen sind unter Bedingungen zu einem Waffenstillstand bereit. "Unsere Bedingung für einen Waffenstillstand ist, dass die Truppen von Gaddafi sofort aus den Städten abziehen, und dass sie die Blockade von Städten wie Misrata beenden", sagte der Vorsitzende des libyschen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, am Freitag bei einer Pressekonferenz mit dem UN-Gesandten Abdelillah al-Chatieb in Bengasi. Außerdem müsse den Menschen in diesen Städten die Möglichkeit gegeben werden, frei ihre Meinung zu äußern. Gaddafi und seine Familie sollten das Land verlassen, fügte er hinzu.

Dschalil forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, die Rebellen mit Waffen zu versorgen. Ohne entsprechende Militärhilfe sei es für die Rebellen sehr schwer, den Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi Einhalt zu gebieten.

Der UN-Gesandte erklärte, er habe Vertretern der libyschen Regierung am Donnerstag in Tripolis die drei wichtigsten Forderungen der Vereinten Nationen erklärt: Ein glaubwürdiger Waffenstillstand, Schutz der Zivilisten, Ende der Blockade der Städte im Westen des Landes sowie Respekt für die Wünsche des libyschen Volkes.

Abdul Dschalil nutzte die Pressekonferenz, die von mehreren arabischen Fernsehsendern übertragen wurde, auch, um den Menschen in den von Gaddafis Truppen umstellten Städten im Zentrum des Landes und im Westen Mut zuzusprechen. "Wenn es keine Waffenruhe geben sollte, dann werden wir marschieren bis wir bei euch sind", sagte er.

Unterdessen lieferten sich die Rebellen im Osten des Landes wieder Gefechte mit Regierungstruppen. Die Aufständischen schienen dabei besser ausgerüstet zu sein als bisher. So verfügten sie über Minen- und Raketenwerfer sowie über mehr Funkgeräte und Satellitentelefone, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachtete.

Die Rebellen stoppten Journalisten westlich von Adschdabija, weit vom Ort der Gefechte entfernt. Es war nicht klar, wo am Freitag die Front verlief. Zuvor hatten die Regierungssoldaten die Rebellen etwa 160 Kilometer entlang der Küste zurückgedrängt. Am Freitag schienen sich die Regimegegner neu zu formieren. Sie bildeten Einheiten aus jeweils sechs bis sieben Freiwilligen, die von einem ehemaligen Mitglied der Streitkräfte geführt wurden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Thomas-Melber-Stuttgart Ein langer Prozess ist in Gang gekommen, der weg für die jugend dort in eine lebenswerte Zukunft zu gehen hat begonnen, das es nur ohne diesen Gaddafi nur geht ist klar. Mit anderen Worten der Anschluss der DDR wird immer noch als Anschluss empfunden, es war nur wichtig den Kadaver DDR auszuschlachten und als neueigentümer im Grundbuch zu stehen.

  • Mit voller Hose stinkts sich halt gut.

  • Tja, dann sind die "Rebellen" tatsächlich am verlieren, denn dort verhandelt man nur, wenn man in einer schwächeren Position ist. Das gilt übrigens auch in Afghanistan.

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