Möglicher Austritt: Griechischer Zentralbankchef hält Grexit-Risiko für fast gebannt

Möglicher Austritt
Griechischer Zentralbankchef hält Grexit-Risiko für fast gebannt

Die Gefahr für einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei drastisch reduziert worden, sagt Giorgos Provopoulos. Trotzdem mahnt der Chef der griechischen Zentralbank eine energischere Durchsetzung der Reformen an.
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AthenDas Risiko eines ungeordneten Austritts Griechenlands aus der Eurozone ist nach Einschätzung des griechischen Zentralbankchefs nahezu vollständig gebannt. Notwendig sei aber die energischere Durchsetzung struktureller Reformen, sagte Giorgos Provopoulos, Gouverneur der Notenbank in Athen, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

„Das Risiko für einen Grexit-Unfall wurde drastisch reduziert“, sagte der oberste Währungshüter, dem EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) mit einem Schuldenerlass in Milliardenhöhe einen Ausweg aus der schweren Finanzkrise eröffneten. Der Begriff „Grexit“ entstand aus der Zusammensetzung der beiden englischen Worte „Greece“ und „Exit“.

„Auf unserer ziemlich langen Aufgabenliste stehen Privatisierungen, Reformen im produzierenden und Dienstleistungssektor, nötige Verbesserungen bei der Steuereintreibung und einiges mehr“, sagte Provopoulos. Er konstatierte, dass in der ersten Phase des Reformprogramms zwar „die Betonung auf die Konsolidierung des Steuersystems gelegt wurde, aber die Bemühungen um Strukturreformen unvollständig blieben“. „Und das hatte zur Folge, dass die Senkung des Bruttosozialprodukts viel höher ausfiel, als erwartet worden war“, sagte der Notenbankchef.

Kontrolleure von Europäischer Union, IWF und Europäischer Zentralbank werden noch im Februar nach Griechenland reisen, um den Reformfortschritt zu beurteilen. Von diesem Bericht hängt die Freigabe weiterer in diesem Monat vorgesehener Hilfszahlungen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro ab. Nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Athen im Oktober wird am kommenden Dienstag der französische Präsident François Hollande nach Griechenland reisen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Möglicher Austritt: Griechischer Zentralbankchef hält Grexit-Risiko für fast gebannt"

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  • Oh der kräftige griechische BEAMTENAPPARAT darf Dank EU Hilfen seine Beitrag zum BIP leisten. Löblich. Es geht voran.
    Sehr Ihr die Klippen ?

  • Kein Problem, da man den ELA-Mechanismus als Dauerfinanzierungsquelle nutzt. Umschuldungen, Schuldenschnitte, ELA, die Grundprobleme der griechischen Volkswirtschaft sind nach wie vor da, eine eigene Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit in der Eurozone ist nicht gegeben. Gerettet, nein, lediglich etwas mehr Zeit erkauft bis zur nächsten Umschuldungen, Schuldenschnitte oder Rettungsfondsunterstützung. ELA läuft nach wie vor weiter. Gelddrucken à la Carte, die einen sind fürs Arbeiten, Verzichten, Forschen und Haften zuständig, die anderen für das Gelddrucken.

  • „Auf unserer ziemlich langen Aufgabenliste stehen Privatisierungen, Reformen im produzierenden und Dienstleistungssektor, nötige Verbesserungen bei der Steuereintreibung und einiges mehr“, sagte Provopoulos. Er konstatierte, dass in der ersten Phase des Reformprogramms zwar „die Betonung auf die Konsolidierung des Steuersystems gelegt wurde, aber die Bemühungen um Strukturreformen unvollständig blieben“.


    Wir schreiben welches Jahr? 2010?

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