Möglicher Seitenhieb gegen Russland
USA bieten strategische Ölreserven zum Verkauf an

Machtdemonstration in Richtung Russland? Die USA überraschen die Ölmärkte mit einem Angebot aus ihrer strategischen Reserve. Das passierte vor über 20 Jahren zum letzten Mal. Der Ölpreis reagierte prompt.
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Washington/New YorkDie USA bieten erstmals seit fast einem Vierteljahrhundert überraschend einen Teil ihrer strategischen Ölreserven zum Verkauf an. Das Energieministerium betonte, dass der Schritt bereits seit Monaten geplant sei. Einige Beobachter gehen aber davon aus, dass die US-Regierung damit Russland in der Ukraine-Krise ihre Einflussmöglichkeiten auf die Energiemärkte demonstrieren will.

Der Ölpreis fiel nach Bekanntwerden der Pläne, die vergleichsweise geringe Menge von fünf Millionen Barrel zu veräußern, am Mittwoch um mehr als zwei Prozent - so viel wie seit zwei Monaten nicht mehr.

Zuletzt hatte es ein vergleichbaren "Test-Verkauf" 1990 gegeben. Dem Ministerium zufolge soll damit überprüft werden, ob das System im Ernstfall von Lieferengpässen funktioniert. Durch die stark gestiegene Ölproduktion aus Schiefergas leiten zentrale Pipelines in den USA den Rohstoff inzwischen nicht mehr vom Golf von Mexiko nach Norden, sondern umgekehrt.

Ölhändlern zufolge waren im Krim-Konflikt Forderungen laut geworden, mit der boomenden US-Ölproduktion die Abhängigkeit der Ukraine und ganz Europas von russischem Erdgas zu verringern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Möglicher Seitenhieb gegen Russland: USA bieten strategische Ölreserven zum Verkauf an"

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  • wissen Sie was eine Supermacht von einem gewöhnlichen Land unterscheidet?

    eine Supermacht kann alleine existieren. Sie hat alles was dazu nötig ist.

    Die Russen haben in Holzbaracken gehaust und sind ins Weltall geflogen.

    Wir allerdings brüsten uns mit hochmoderner Technologie und haben Schwierigkeiten die Energiewende zu meistern.

    Der Russe wird auch diese Krise überstehen. Gab schon schlimmer Zeiten..

  • @ AlamanenKrieger

    abnehmen heißt abkaufen. Wie soll dieses Land sonst sein Gas verkaufen, wenn die einzige Infrastruktur aus der SU-Zeit stammt und Richtung Russland geht.


    Sind Sie sicher, dass die Flüchtlinge aus Turkmenistan stammen? die sollten das eigentlich wissen

    ausserdem läuft sowas unter Verträgen, genauso wie zu SU-Zeit

  • Ich denke der Drops ist gelutscht. Die Krim wird wahrscheinlich beim Referendum pro Russland stimmen. Dann werden die dortigen Paramilitärs ihre echten Uniformen anziehen. Die Alternative wäre dann untragbarer Dauerzustand, Scharmüzel nicht ausgeschlossen.

    Generell hat Putin wohl der russischen Außenpolitik keinen Gefallen getan. Auch noch seine Nachfolger werden lange am Misstrauen des Westens knabbern müssen.

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