Möglicherweise Kontakt zu Jemaah Islamiyah
Attentäter von Jakarta identifiziert

Der schwere Bombenanschlag auf ein Luxushotel in Jakarta war nach Ermittlungen der indonesischen Polizei das Werk eines Selbstmordattentäters mit Verbindungen zur radikalislamischen Jemaah Islamiyah. Nach den Aussagen zweier inhaftierter Mitglieder der Terrorgruppe sei der Mann namens Asmar Latin Sani angeworben worden, sagte Polizeisprecher Erwin Mappaseng am Freitag.

HB/dpa JAKARTA. Bei dem Autobombenanschlag auf das Marriott-Hotel am Dienstag waren mindestens zehn Menschen getötet und rund 150 verletzt worden.

Der 28 Jahre alte Attentäter aus Sumatra sei anhand seines abgetrennten Kopfes identifiziert worden, der in einer oberen Etage des Hotels gefunden worden sei, hieß es weiter. Die beiden inhaftierten Mitglieder der Jemaah Islamiyah (JI) hätten ihn an einer charakteristischen Narbe erkannt. Der indonesische Polizeichef General Da'i Bachtiar sagte, die Behörden suchten nun intensiv nach zwei Verdächtigen. Sie sollen ebenfalls Mitglieder der JI sein. Darauf wiesen den Fahndern vorliegende Dokumente hin.

Geheimdienstquellen in Jakarta zufolge hatte die mysteriöse Gruppe bereits seit Wochen einen Anschlag in der indonesischen Hauptstadt geplant. Dabei habe sie auch mehrere große Hotels als mögliche Terrorziele ins Visier genommen, darunter das Marriott.

Die indonesischen Behörden vermutet die Organisation hinter dem Bombenanschlag von Bali, bei dem vor zehn Monaten mehr als 200 Menschen getötet worden waren. Wie bei dem Terrorschlag gegen das Hotel war die Bombe in einem Auto versteckt gewesen. Das Sprengstoff- Gemisch ist laut Polizei dem auf der Ferieninsel verwendeten ähnlich. Am Donnerstag hatte ein Gericht auf Bali im ersten Urteil in den Prozessen um das verheerende Attentat einen Beteiligten zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die Anwälte Amrozi bin Nurhasyims hatten daraufhin Berufung gegen die Entscheidung angekündigt.

In ihrer ersten öffentlichen Rede seit dem Anschlag von Jakarta wandte sich die indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri mit Blick auf die USA dagegen, dass es trotz der weltweiten Terrorgefahr zu Alleingängen von Staaten komme. „Wovor wir uns hüten müssen, ist, dass wir bei Antworten auf die Bedrohung unserer Sicherheit dem Unilateralismus freien Lauf lassen“, sagte sie am Freitag vor einem Forum des Verbandes der Südostasiatischen Staaten (ASEAN).

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