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Mogadischu: Selbstmordattentäter tötet 30 Menschen

Die somalische Hauptstadt Mogadischu ist von schweren Kämpfen und einem blutigen Selbstmordanschlag erschüttert worden. Inmitten der Gefechte zwischen islamischen Aufständischen und Soldaten der somalischen Übergangsregierung stürmten Kämpfer der Shabab-Miliz ein Hotel und töteten mindestens 31 Menschen, darunter sechs Parlamentarier.

HB MOGADISCHU. In der somalischen Hauptstadt Mogadischu haben schwer bewaffnete Extremisten ein Hotel gestürmt und mindestens 31 Menschen getötet. Unter den Todesopfern seien sechs Parlamentsabgeordnete und fünf Angehörige der Sicherheitskräfte, teilte Informationsminister Abdirahman Osman am Dienstag mit. Ein Täter sei festgenommen worden. Zwei weitere Angreifer hätten sich in die Luft gesprengt. Der Überfall macht das Scheitern der vom Westen unterstützten Regierung und der Friedenstruppe der Afrikanischen Union deutlich, die nach fast zwei Jahrzehnten der Anarchie in Somalia nicht für Sicherheit und Ordnung sorgen können.

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Zu dem Anschlag bekannte sich die muslimische Extremistengruppe Al-Shabaab. Die Islamisten kontrollieren große Teile des Landes und der Hauptstadt. Die Regierung von Präsident Sheikh Sharif Ahmed hat dagegen nur in ein paar Straßenzügen von Mogadischu das Sagen. Das überfallene Hotel Muna wird vor allem von Politikern genutzt und befindet sich im Stadtteil Elgaab, wo auch der streng bewachte Präsidentenpalast liegt.

Die Europäische Union und die USA sicherten der Regierung des afrikanischen Landes ihre Unterstützung im Kampf gegen die Extremisten zu. Der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, sagte, die Regierung in Washington werde auch weiterhin sehr eng mit denen in Afrika - insbesondere am Horn von Afrika und in Somalia - zusammenarbeiten, die daran interessiert seien, dass der Kontinent sein volles Potenzial ausschöpfen könne und den Afrikanern Wohlstand zu ermöglichen.

Extremisten tarnen sich als Armeeangehörige

Die Täter waren in Armeeuniformen gekleidet, als sie das Hotel stürmten. „Einige der Abgeordneten hatten Waffen dabei und wehrten sich gegen die Angreifer, bis die Sicherheitskräfte vor Ort waren“, hieß es in Regierungskreisen. Erste Berichte, wonach unter den Toten 15 Parlamentarier seien, wurden nicht bestätigt.

Erst im vergangenen Monat hatten Al-Shabaab-Extremisten bei einem Doppelselbstmordanschlag in Ugandas Hauptstadt Kampala mehr als 70 Menschen in den Tod gerissen. Ein Großteil der 6300 Soldaten der Afrikanischen Union, die in Somalia stationiert sind, kommt aus Uganda. Nach dem Doppelanschlag stockte die Afrikanische Union ihre Truppe in Somalia auf.

Seit Beginn des jüngsten Aufstands der Islamisten vor drei Jahren sind mehr als 21 000 Menschen in Somalia getötet worden.

Etwa 1,5 Mio. Einwohner wurden durch die Kämpfe vertrieben, ein Drittel von ihnen suchte Zuflucht im Ausland. Die Gewalt in Somalia bedroht zunehmend auch die Stabilität der gesamten Region am Horn von Afrika.

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