Mohammed bin Salman Saudischer Kronprinz spricht Israelis Recht auf eigenes Land zu

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman will Frieden mit Israel. Er hat lediglich Bedenken wegen der heiligen Stätten in Jerusalem.
Update: 03.04.2018 - 09:56 Uhr 5 Kommentare
Der saudische Kronprinz möchte ein Friedensabkommen für den Nahen Osten - auch mit Israel. Quelle: Reuters
Mohammed bin Salman

Der saudische Kronprinz möchte ein Friedensabkommen für den Nahen Osten - auch mit Israel.

(Foto: Reuters)

Riad/New YorkDer saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat den Israelis das Recht auf ein friedliches Leben in ihrem eigenen Land eingeräumt und ein Friedensabkommen für Nahost angemahnt. Dieses sei nötig, um Stabilität für alle Seiten sicherzustellen und normale Beziehungen zu unterhalten, sagte Prinz Mohammed in einem am Montag veröffentlichten Interview des US-Magazins The Atlantic.

„Ich glaube, dass jedes Volk, überall, das Recht hat, in einer friedlichen Nation zu leben“, sagte der Prinz. „Ich glaube, dass die Israelis und die Palästinenser das Recht auf ihr eigenes Land haben.“

Saudi-Arabien hat Israel diplomatisch nicht anerkannt und beharrt seit Jahren darauf, dass die Bedingung dafür der Rückzug Israels aus den im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzten Gebieten ist. Der Kronprinz erklärte, es bestünden Bedenken hinsichtlich der heiligen Stätten in Jerusalem und der Rechte der Palästinenser. „Wir haben nichts gegen alle anderen.“

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft begrüßte den Vorstoß. Es sei eine „sehr vernünftige Position“, sagte Hellmut Königshaus am Dienstag im Deutschlandfunk. „Mit Saudi-Arabien hätte Israel natürlich einen starken Partner an der Seite, wenn es denn tatsächlich auch die gesamtpolitische Auffassung ist und nicht nur die des Kronprinzen“, sagte Königshaus. Die gesamte saudische Gesellschaft sei seiner Auffassung nach „noch nicht ganz so weit“.

Die zunehmenden Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien haben zuletzt Spekulationen geschürt, dass die Regierung in Riad enger mit Israel kooperieren könnte. Es gebe eine Menge Interessen, die sein Land mit Israel teile, sagte der Kronprinz. „Hätten wir Frieden, gäbe es eine Vielzahl von Interessen zwischen Israel und dem Golf-Kooperationsrat.“

Die Zeichen zwischen beiden Ländern stehen bereits länger auf Annäherung. Im vergangenen Monat hatte Saudi-Arabien seinen Luftraum erstmals für ein Passagierflugzeug mit dem Ziel Israel geöffnet. Im November räumte zudem ein israelisches Kabinettsmitglied Kontakte mit Saudi-Arabien ein.



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5 Kommentare zu "Mohammed bin Salman: Saudischer Kronprinz spricht Israelis Recht auf eigenes Land zu"

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  • Ein toller Typ.

    Seine letzte Säuberungs-Aktion hat zwar x-100 Tote und x-1000 erbracht, aber nix davon in den Medien. Ja so entledigt man sich seiner Gegner. Off nannte man e
    s, er ist gegen Korruption vorgegangen.

    Aber so kennen wir es ja von Muslim, denn auch bei EGO-Wahn war es nicht besser.

  • Endlich mal was Positives aus Nahost. Hoffentlich geht man von Worten zu Taten ueber,
    aber mit Netanjahu wird das schwierig werden.

  • Saudi-Arabien kooperiert schon lange mit Israel. Mohammed bin Salman will das Werk von Prinz Bandar bin Sultan Al Saud vollenden: eine Koalition zwischen der in den USA ausgebildeten Elite Saudi-Arabiens, evangelikalen konservativen Entscheidern in den USA und der Machtelite Israels. Die Brücke bilden evangelikale Republikaner in den USA, die in den strategisch relevanten Wirtschaftsbereichen der USA und in der US-Administration in Washington an wichtigen Stellen sitzen. Die Palästinenser werden für dieses Bündnis geopfert. Die Religion wird von den Beteiligten instrumentalisiert, falls dies erforderlich ist. Entscheidend ist jedoch die machtpolitische Perspektive dieses Bündnisses. Da sich Saudis, evangelikale Konservative und Israelis auf der richtigen Seite wähnen und alle drei Partner dieses Bündnisses äußerst konfliktbereit sind, werden auch in Zukunft noch viel mehr Menschen sterben, die vermeintlich auf der falschen Seite stehen. Denn deren Rechte sind aus dieser absolut dichotomischen Perspektive eines Kampfes der Guten gegen die Bösen nachrangig: darin sind sich die Protagonisten des saudischen Gottesgnadentums, des evangelikalen Prä- und Postmillenarismus und der israelischen Machtelite einig.

  • Nachtrag zu 03.04.2018, 09:10 Uhr:

    "Beeiligt" ist zwar ein Tippfehler ( gemeint war "beteiligt") - es ist aber trotzdem richtig.

  • "Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hat den Israelis das Recht auf ein friedliches Leben in ihrem eigenen Land eingeräumt..."

    Wie gnädig.

    Insbesondere vom Oberhaupt eines Landes, das sich am Völkermord im Jemen beeiligt.

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