Mohammed-Karikaturen
Auslandsmedien diskutieren über Pressefreiheit

In den Kommentaren der europäischen Auslandspresse werden im Streit um die Mohammed-Karikaturen die Grenzen der Presse- und Meinungsfreiheit diskutiert. Überwiegend werden die Karikaturen als der Tropfen gesehen, der das Fass im „Konflikt zwischen den Kulturen“ zum Überlaufen gebracht hat.

The Independent“ (London): „Die Kontroverse hat sich wie ein Feuer verbreitet, und innerhalb weniger Tage ist die Angelegenheit weltweit zu einem Konflikt zwischen den Kulturen ausgeartet. (...) Unsere Welt ist durch die globale Kommunikation eng miteinander vernetzt. Deshalb müssen die Medien mit ihrer Pressefreiheit verantwortungsbewusst umgehen. Die dänische Zeitung hatte zwar ein Recht auf die Veröffentlichung der Zeichnungen, aber die Karikaturen sind ohne Zweifel beleidigend. Es gibt bessere Wege, Pressefreiheit zu demonstrieren.“

The Guardian“ (London): „Obwohl hinter den Zeichnungen Satire steckt und keine Blasphemie, war ihre Veröffentlichung eine falsche Entscheidung. Sie sind provozierend und spielen in die Hände islamischer Extremisten und Hassprediger. Das Ganze erinnert an die Empörung in der islamischen Welt, die Salman Rushdies Buch „Die Satanischen Verse“ in den 80er Jahren auslöste. Damals war uns der Begriff „Zusammenstoß der Kulturen“ noch nicht so geläufig, heute gehört er zu unserem alltäglichen Vokabular.“

„France Soir“ (Paris): „Es wird andere Krisen geben. Man muss weiter für das Verständnis der außerordentlichen Modernität der laizistischen Idee kämpfen. Doch es bleibt ein Kampf der Überzeugungen und Debatten.“

„Basler Zeitung“ (Basel): „Gefühle, religiöse insbesondere, folgen eigenen Gesetzmäßigkeiten. Sie lassen sich mit dem Verweis auf die Meinungsfreiheit allein nicht zügeln. (...) Und so steht die Wut über die Zeichnungen stellvertretend für die Reaktion der Menschen auf Ereignisse, angesichts derer sich eine zunehmend auch politisch an islamischen Werten ausgerichtete Muslimwelt immer wieder neu benachteiligt fühlt.“

„Charente Libre“ (Angoulème): „Es bleibt nicht verborgen, dass die Wut der „muslimischen Massen“ sich vor allem auf organisierte Demonstrationen bei Moscheen und in Ländern beschränkt, die ein heikles Verhältnis zu den Menschenrechten haben und erstaunlich zurückhaltend bleiben, wenn Terroristen sich auf den Islam berufen, wenn sie Geiseln die Kehle durchschneiden.“

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