Mohammed-Karikaturen
Käufer-Boykott beschert Werbebranche volle Kassen

Während dänische Firmen wegen des Streits um die Mohammed-Karikaturen Verluste machen, spült die Kontroverse der Werbebranche und Medien in Saudi-Arabien viel Geld in die Kassen.

HB RIAD. Die saudi-arabische Zeitung „Arab News“ berichtete am Donnerstag, die Werbeagenturen im islamischen Königreich platzierten inzwischen täglich Dutzende großformatiger Anzeigen in den Zeitungen, in denen sie entweder erklärten, dass die Produkte ihrer Kunden nicht aus Dänemark stammten oder dass sich diese Firmen dem Boykott dänischer Produkte angeschlossen hätten.

Wie „Arab News“ weiter berichtet, hat die französische Supermarktkette Carrefour den Import dänischer Produkte nach Saudi-Arabien eingestellt und alle bereits eingeführten Waren aus Dänemark aus den Regalen genommen. „Es ist unbekannt, ob Carrefour, nun auch französische und deutsche Waren entfernen wird, nachdem Zeitungen in diesen Ländern die Karikaturen ebenfalls abgedruckt haben“, hieß es.

Der um sich greifende Käuferboykott macht unter anderem dem dänisch-schwedischen Molkereikonzern Arla schwer zu schaffen, für den der Mittlere Osten nach eigenen Angaben der wichtigste Markt außerhalb Europas darstellt. Seine Großmolkerei in der saudischen Hauptstadt hat Arla einstweilen geschlossen und die 800 Mitarbeiter nach Hause geschickt.

In Saudi-Arabiens armem Nachbarland Jemen sollen die einheimischen Importeure dänischer Produkte bis zum vergangenen Dienstag Verluste in Höhe von einer Milliarde Rial (rund 4,23 Mio Euro) erlitten haben. Das geht aus einer Umfrage der Zeitung „Al-Thawra“ hervor.

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