Mohammed-Karikaturen
Palästinenser drohen mit Kidnapping

Die Proteste gegen die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed werden militanter. In Gaza schossen bewaffnete Palästinenser auf das Büro der EU. Hotelbesitzer wurden aufgefordert, Staatsbürgern aus fünf europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, keine Unterkunft zu gewähren. Andere Gruppen drohten sogar mit Entführungen.

HB GAZA. Aus Protest gegen die Veröffentlichung der Bilder des Propheten Mohammed in europäischen Zeitungen verlangten bewaffnete Palästinenser in Gaza die Schließung von EU-Vertretungen. Etwa 50 maskierte Männer seien in den Vorgarten des EU-Büros in Gaza eingedrungen und hätten mehrere Schüsse abgefeuert, berichteten Augenzeugen.

Die bewaffneten Männer gehörten den Al-Aksa-Brigaden der bisher regierenden Fatah-Organisation und dem radikalen Islamischen Dschihad an. Sie erklärten bei ihrem Protest, die „europäische Provokation“ mache alle Institutionen in Gaza und der ganzen Welt zum „Ziel ihres Feuers“. Ein europäischer Diplomat sagte, die Drohungen würden sehr ernst genommen. Aus Protest gegen die Veröffentlichung der Karikaturen hatten bewaffnete Palästinenser bereits am Montag das EU-Büro in Gaza gestürmt.

Andere Vetreter der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden drohten im Westjordanland mit der Entführung von Europäern. Ein Sprecher erklärte, Mitglieder seiner Organisation durchsuchten Wohnungen im Autonomiegebiet. Hotelbesitzer seien aufgefordert worden, Staatsbürgern aus fünf europäischen Ländern, darunter Frankreich, Dänemark und Deutschland, keine Unterkunft zu gewähren. Norwegen schloss aus Sorge vor gewalttätigen Aktionen seine Palästina-Vertretung vorläufig für den Publikumsverkehr. Das französische Außenministerium warnte vor Reisen in die autonomen palästinensischen Gebiete.

Auslöser des Streits sind zwölf Karikaturen, welche die dänische Zeitung "Jyllands-Post" im September unter der Überschrift "Die Gesichter Mohammeds" veröffentlicht hatte. Auf moslemischer Seite wird die seit Monaten schwelende Auseinandersetzung inzwischen grundsätzlich genommen: „Es geht nicht mehr um die Freiheit der Gedanken oder der Meinungen und Überzeugungen“, hieß es in einem Kommentar der staatlichen ägyptischen Zeitung Al-Gomhuria. „Es handelt sich um eine Verschwörung gegen den Islam und die Moslems, dessen Vorbereitung vor vielen Jahren begonnen wurde.“

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