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Mongolei: Milliarden Tonnen Geld in der Erde

Kohle, Kupfer, Eisenerz: Die Mongolei, eigentlich ein armes Land, zählt zu den rohstoffreichsten Ländern der Welt. Beim Besuch von Kanzlerin Merkel will Deutschland einen Milliardendeal abschließen.

Steppenartig ersteckt sich eine Hügellandschaft in der Nähe von Ulan Bator, der Hauptstadt Mongolei. Quelle: dpa
Steppenartig ersteckt sich eine Hügellandschaft in der Nähe von Ulan Bator, der Hauptstadt Mongolei. Quelle: dpa

Ulan BatorWenn im September der erste Schnee fällt und der Winter in die Mongolei einzieht, verfeuern die Menschen die Schätze ihres Landes, um sich zu wärmen. In den kleinen Blechöfen in der Mitte ihrer Jurten, den traditionellen Nomadenzelten, verbrennen sie Braunkohle. Davon gibt es reichlich. An anderem mangelt es hingegen. Etwa an festen Straßen. Durch Bajanchoschuu, einem ärmlichen Bezirk am Rand der 1,2-Millionen-Hauptstadt Ulan Bator führen nur staubige Pisten. Zehntausende leben hier ohne fließend Wasser und Kanalisation.

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Auch Zezegee Purew. Die 60-Jährige haust mit ihren Kindern und Enkeln in einer Jurte, die Küche, Bad, Schlaf- und Wohnzimmer zugleich ist.
Sechs Personen auf ein paar Quadratmetern. Links das Waschbecken, rechts ein Regal mit verbeulten Kochtöpfen, die Betten daneben. Vor vier Jahren ist die Nomadin aus der Provinz an die Stadtgrenze gezogen, nachdem ein besonders harter Winter ihr Vieh dahinraffte. „Es gab keine Möglichkeit, weiter auf dem Land zu leben“, sagt sie. Die Familie näht heute Pullover aus Kaschmirwolle, um zu überleben. Der Staat unterstützt sie, so wie jeden Mongolen, mit 21000 Tugrik im Monat – umgerechnet zwölf Euro. Das Geld stammt aus Einnahmen des rasant wachsenden Bergbausektors. Aber der Reichtum des Landes kommt nur bei wenigen an. Ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Das soll sich bald ändern, wie so vieles hier. Denn nicht nur Kohle zum Heizen gibt es massenhaft.

Unter dem Wüsten- und Steppenboden liegen 160 Milliarden Tonnen Kohle, 1,6 Milliarden Tonnen Eisenerz, 40 Millionen Tonnen Kupfer, 3000 Tonnen Gold sowie große Vorkommen an Uran und Seltene Erden. Die Mongolei zählt zu den zehn rohstoffreichsten Ländern der Welt. Lange war der Abbau der Rohstoffe unrentabel wegen einer geringen Nachfrage, niedriger Preisen und fehlender Infrastruktur. Doch in den vergangenen Jahren wuchs Chinas Energiehunger, die Preise stiegen. Zunächst investierten Chinesen im Nachbarland. Mittlerweile liefern sich auch Japaner, Südkoreaner, Kanadier, Australier und Amerikaner ein Rennen um das Geld, das in der Erde steckt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei ihrem Besuch ein Rahmenabkommen für die Zusammenarbeit im Rohstoffbereich mit dem ressourcenreichen asiatischen Land schließen.

Sie alle warten auf den ganz großen Aufschwung. Dieses Jahr soll die Wirtschaft um knapp zehn Prozent wachsen. In den nächsten Jahren kann sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln, vielleicht sogar verdreifachen. Damit zählt die Mongolei zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.

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