Mongolen wählen Präsidenten
Amtsinhaber geht als Favorit ins Rennen

Obwohl die Mongolei riesige Bodenschätze hat, leben viele Bürger in Armut. Geld aus den Rohstoffeinnahmen verschwindet teilweise in dunklen Kanälen. Eine große Herausforderung für den künftigen Präsidenten.
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Ulan BatorDie Mongolen stimmen über ihren künftigen Präsidenten ab. Mit der Öffnung der Wahllokale am Mittwochmorgen konnten 1,9 Millionen Wahlberechtigte im Land ihre Stimme abgeben. Zentrale Themen im Wahlkampf waren die Verteilung der Einnahmen aus den Rohstoffen und die Korruption. Mit einer ersten amtlichen Hochrechnung wird am Donnerstag gerechnet. Der zentralasiatische Binnenstaat zwischen China und Russland ist reich an Bodenschätzen wie Kohle, Kupfer und Gold. Auch wenn die Not zurückgegangen ist, lebt laut Weltbank noch immer etwa jeder vierte Mongole unterhalb der Armutsgrenze.

Der seit 2009 regierende Tsakhia Elbegdorj (50) tritt für die Demokratische Partei an und gilt als Favorit. Er hat seine Amtszeit ohne größere Skandale überstanden. „Elbegdorj hat sich bisher stark gegen Korruption eingesetzt“, sagt Uyanga Tsogtsaikhan von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Ulan Bator.

Zwei Herausforderer treten gegen Elbegdorj an. Die oppositionelle Volkspartei (MVP) hat Badmaanyambuu Baterdene aufgestellt. Der 49-Jährige ist vor allem unter der Landbevölkerung beliebt und hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, dass die Rohstoffe in mongolischer Hand bleiben sollen. Gesundheitsministerin Natsag Udval ist die erste weibliche Kandidatin bei der Wahl für das Spitzenamt und tritt für die Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) an. Sie hat im Wahlkampf immer wieder Gerechtigkeit in der Rohstofffrage gefordert, aber kaum gesagt, wie sie das erreichen möchte.

Auch die Nomaden auf dem Land sind laut dem Mongolei-Experten Julian Dierkes von der University of British Columbia bestens über den Wahlkampf auf dem Laufenden. „Wie bei der Parlamentswahl vergangenes Jahr sind die Menschen auch auf dem Land sehr gut informiert“, sagte er. Dank der Ausstattung mit Solaranlagen könnten mittlerweile auch viele Bürger in entlegenen Regionen ohne Stromanschluss die Debatten im Fernsehen verfolgen.

Nach den letzten Parlamentswahlen 2008 war es aufgrund von Vorwürfen über Wahlfälschung zu schweren Unruhen gekommen. Fünf Menschen kamen damals ums Leben. Diese Sorge hält Dierkes in diesem Jahr für wenig begründet. Schließlich sei es auch bei den Parlamentswahlen im vergangenen Jahr zu keinen größeren Zwischenfällen gekommen. Wie bei der Parlamentswahl werden auch diesmal wieder Wahlcomputer eingesetzt. Die Wähler sind mit ihren Fingerabdrücken registriert. Allerdings hatte bereits vor der Wahl die MVP gedroht, gegen die Auszählung der Wahlcomputer Protest einzulegen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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