Monti versus Berlusconi
Noch ist Italien nicht verloren

Silvio Berlusconi arbeitet am Comeback, Monti zieht sich zurück. So sieht es von außen aus. Aber der erfolgreiche Noch-Premier und ehemalige EU-Kommissar hat einige Optionen, Italiens Politik auch in Zukunft zu prägen.
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MailandDie Regierung Monti ist eine Ausnahmeerscheinung. Weil die Märkte vor einem Jahr so verschreckt waren, dass Italien kurz vor dem Zahlungsausfall stand, setzte Staatspräsident Giorgio Napolitano eine so genannte technische Regierung unter „Super-Mario“ ein: Professoren, Banker, Fachleute regierten das Land für 13 Monate. Doch damit ist bald Schluss.

Im Februar wird gewählt, eineinhalb Monate eher als ursprünglich geplant. Die Politik tritt wieder in den Vordergrund. Wer auch immer regieren wird, wird bei demokratischen Wahlen bestimmt, bei denen die Bürger wissen, wen sie mit ihrem Kreuz ins Amt holen. Und viele von ihnen wollen, dass Monti im Amt bleibt.

Die Unterstützung für den Premier ist zwar zuletzt laut Umfrage-Institut SWG mit 33 Prozent auf einen neuen Tiefstand gesunken. Aber damit steht immerhin ein Drittel der Bürger noch hinter Monti.

Auch Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo unterstützt mit seiner Bewegung Italia Futura eine Kandidatur von Mario Monti. Ebenso der Parteichef der Christdemokraten Pierferdinando Casini. Und eine ganze Reihe von Unternehmensvertreter setzen sich für Monti ein.

Nur Monti selbst hat sich immer noch nicht zu einer möglichen Kandidatur geäußert. Er ließ nur wissen, dass er jetzt die Hände frei habe. Mit einer offiziellen Kandidatur wird er vielleicht noch warten, bis der Haushalt verabschiedet ist. Seine letzte Amtshandlung, dann will er erklärtermaßen zurücktreten. Doch dann beginnt eine Reise ins Ungewisse.

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Für Monti sind viele Ämter denkbar

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  • @simpel: Da gibts schon Unterschiede. B hat ein Medienimperium und kann in keiner Weise wie hierzulande von der Propagandapresse niedergemacht werden. Er macht sich geschickt die Grundströmung in Italien zunutze, die keine Eu-Bevormundung möchte. Hierzulande wäre er sofort als rechtsradikal oder zumindes Populist abgestempelt - das sind eben die feinen, aber entscheidenden Unterschiede. ARD und ZDF sind mit ihrem Programmangebot so interessant wie das ehemalige DDR Staatsfernsehen.
    Übrigens wimmelt es in den Berlusconi Sendern nur so von feschen und intelligenten Frauen - Cindy aus Mahrzahn hätte da keine Chance - auch so ein kleiner Unterschied.

  • Was ist denn eigentlich an Mr. B so schlimm? B ist vielleicht ein bißchen machtversessen, Frau M. in Deutschland mindestens genauso. B. verspricht viel und hält sich nicht an seine Versprechungen und auch ansonsten nicht an die Gesetze und die Regeln. Bei Frau M. ist das genauso, oder hat Griechenland alle "Vorgaben" jeweils erfüllt und erst dann deutsches Steuergeld bekommen? Und haben wir nicht ansonsten alle Regeln gebrochen, nur um einer Wahnidee aus DDR Zeiten "der Staat regelt alles" hinterherzulaufen? Übrigens über die Mehrwertsteuererhöhung kurz nach der letzten Bundestagswahl spricht auch niemand mehr? Nein, zwischen MR.B und Frau M. ist der Unterschied erschreckend gering.

  • Solange der deutsche Steuerzahler, Sparer und Renter immer mehr bürgen sicher nicht.
    Und das wird passieren..alles nach Plan der Polit- und Finanzmafia

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