Moody’s stuft Irland herab
Ein Teufelskreis aus lauter Kleinmut

Erst Portugal, jetzt Irland: Dass die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnoten für die beiden Schuldenländer auf Ramschstatus herabstuft, verschärft die Finanzkrise in der Eurozone weiter. Statt über das Urteil von Moody's und anderen zu lamentieren, muss die Politik nun endlich handeln. Denn die Verunsicherung auf den Märkten ist hausgemacht.
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Die Politiker in Europa sollten heute auf ihre traditionelle Rhetorik gegen Spekulanten und Ratingagenturen verzichten und lieber ihren eigenen Kleinmut und ihre eigene Unentschlossenheit überwinden - denn die ist derzeit das größte Problem in dieser Krise, die sich immer weiter ausbreitet.

Denn es ist die seit Monaten anhaltende, endlose und öffentlich geführte Debatte darüber, wie denn ein dringend nötig gewordenes zweites Rettungspaket für Griechenland geschnürt werden soll, die die Finanzmärkte in höchsten Alarm versetzt. Da sprechen Finanzminister von Euroländern öffentlich darüber, dass man Griechenland ja auch zeitweise auf den Status „zahlungsunfähig“ fallen lassen könnte, ohne für diesen Fall die Absicherung parat zu haben, dass sich die anderen Euroländer weiter am Kapitalmarkt finanzieren können.

Öffentlich werden da seit Wochen zwischen Politik, Europäischer Zentralbank und Ratingagenturen alle möglichen Modelle erläutert. Und weil die meisten davon eine freiwillige Beteiligung von Banken und Versicherungen, die Griechenlandanleihen halten, einschließen, aber eine Entscheidung einfach nicht gefunden wird, folgert die Ratingagentur, dass auch für die Anleihen anderer Länder wie Portugal und Irland private Anleihegläubiger mit Verlusten rechnen müssen.

Deshalb stuft sie die Bonitätsnoten herab, die Zinsen für Anleihen dieser Staaten steigen weiter, so dass sie erst recht Probleme bekommen werden, sich in Zukunft am Kapitalmarkt Geld über mehrere Jahre zu leihen. Dadurch steigt die Gefahr, dass sich die Misere auf andere Euroländer ausbreitet. Diesen Teufelskreis müssen die Regierungschefs der Eurostaaten jetzt auf ihrem Krisentreffen endlich mit Entscheidungen durchschlagen und nicht durch endlose Diskussionen vergrößern. Denn es ist nicht zuletzt ihre Unentschlossenheit, die sich in den Herabstufungen niederschlägt.

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Teilverzicht muss sein

Kommentare zu " Moody’s stuft Irland herab: Ein Teufelskreis aus lauter Kleinmut"

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  • Wie naiv ist denn der Autor dieses Artikels ?
    "... würde Griechenlands immense Schuldenlast reduzieren und endlich eine klare Struktur schaffen, um dem Teufelskreis zu entrinnen. "
    Keine Struktur dieser Welt kann Opportunismus, Betrügereien und parasitäres Streben, wie es dem Griechen oder Zyprioten innewohnt, beseitigen.
    Es ist ein mentales Problem dieser Völker kein Problem einer Struktur o.ä.

  • @ hgert:

    Mit Ihrer Meinung fahren wir mindestens genauso schnell vor die Wand.

    1. Soros wurde nicht Milliardär weil er die kleine nationale Währung GBP in die Ecke treiben konnte.
    Er hat die Überbewertung des GBP erkannt und auf Abwertung spekuliert.
    Die BoE, die sich dagegenstellte, hat das Kräftemessen verloren; die Überbewertung wurde korrigiert
    (soviel auch zu den "bösen Spekulanten" die Währungen "angreifen", wenn nicht mal eine Zentralbank eine bestehende Über-/Unterbewertung aufrechterhalten kann).

    2. Die Exporte müssen erstmal bezahlt werden.
    Momentan wird unterstellt das wir als Exporteur vom Export profitieren obwohl die Zeche noch nicht bezahlt ist;
    deshalb sollen wir das Geld zum bezahlen derselben gleich noch mitliefern.
    Mit diesen theoretischen Gewinnen wird derzeit auch eher unsere Beteiligungsfähigkeit an Rettungsschirmen berechnet als unser Haushalt saniert.
    Es kann niemand ernsthaft glauben das unsere Neuverschuldung auf Null sinkt oder gar negativ wird, schon vorher würde man von uns einen höheren, "den Möglichkeiten angemessenen" Beitrag fordern.

    Nebenbei: Wenn Ihr Geld 30% mehr wert ist, werden Sie das (obwohl es nicht nur Vorteile hat) beim Kauf eines (Fernost-)Fernsehers sicher merken.

  • Die Titanic "Eurozone" wird untergehen. Deutschland ist gut beraten sich besser heute als morgen aus der Eurozone zu verabschieden. Wieso noch Milliarden deutscher Steuergelder verschwenden, nur um das absaufen zu verzögern?

    Deswegen ist dieser Beitrag ein weiterer törichter Bastelvorschlag bis zum Endsieg. Diese vorherrschende Bunkermentalität würde selbst Adolf erstaunen.

    Zu den Ratingagenturen: Eine europäische Ratingagentur würde nur mehr Objektitität bei amerikanischen Anleihen und Aktien bringen. Kein Menschen würde sich für ein besseres Rating von PIGS-Anleihen einer europäischen Agentur interessieren (wer das glaubt hat ein Brett vor dem Kopf). Außer die EZB vielleicht, aber diese Bad Bank hat eh soviel Dreck am stecken, dass Imagepflege nun wirklich nichts mehr bringt! Wäre ja so, als würde sich ein Schwein parfümieren.

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