Mord an Zivilisten
Haftbefehl gegen Indonesiens Ex-Militärchef Wiranto

Viereinhalb Jahre nach den Gräueltaten in Osttimor hat ein von den Vereinten Nationen unterstütztes Tribunal Haftbefehl gegen den früheren indonesischen Armeechef General Wiranto erlassen. Wiranto, der sich um das indonesische Präsidentenamt, wurde bereits schon wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt.

HB JAKARTA. Dies sei ein wichtiger Schritt, um die Verantwortlichen der Gewalt gegen Zivilisten in Osttimor 1999 zur Rechenschaft zu ziehen, teilte Staatsanwalt Nicholas Koumjian am Montag mit.

Das Sondertribunal in Osttimor hatte Wiranto, der sich bei Wahlen am 5. Juli um das indonesische Präsidentenamt bewirbt, bereits im Februar 2003 wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt. Ihm wird zur Last gelegt, für „Mord, Deportationen und Verfolgung“ an Zivilisten mit verantwortlich zu sein. Wiranto hatte die Streikräfte bereits vor einigen Jahren verlassen.

Auslöser der Gewalt durch pro-indonesische Milizen und das indonesische Militär war ein UN-Referendum vom August 1999, in dem sich Osttimors Bevölkerung mit großer Mehrheit für eine Loslösung der Inselhälfte von Indonesien ausgesprochen hatte. Dabei waren mehr als 1 000 Menschen ums Leben gekommen, 500 000 Bewohner flohen.

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