Morde in Toulouse
Sarkozy kündigt härteres Vorgehen gegen Hassprediger an

Werden die sieben Morde Frankreich verändern? Präsident Sarkozy will schärfer gegen Hassprediger vorgehen. Der Serienmörder starb bei der Erstürmung seiner Wohnung in Toulouse.
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Washington/ParisNach der Mordserie und dem Tod des mutmaßlichen Täters hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy Konsequenzen angekündigt. Der Serienmörder von Toulouse war am Donnerstag nach erbittertem Widerstand von einem Scharfschützen mit einem Kopfschuss getötet worden. Neben einem umfangreichen Waffenlager fanden die Ermittler auch die Kamera von Mohamed Merah (23), mit der er die sieben Morde gefilmt hatte.

Auf einer der Al-Kaida nahestehenden Islamisten-Website tauchte ein Bekennerschreiben auf, mit dem eine Gruppe mit dem Namen „Soldaten des Kalifats“ für die Morde die Verantwortung übernahm. Sarkozy sagte in einer Fernsehansprache kurz nach dem Einsatz in Toulouse, zu den Konsequenzen zählten auch die Bestrafung von Hasspredigern im Internet und deren Anhängern.

„Jede Person, die regelmäßig im Internet Webseiten besucht, die den Terrorismus predigen, die zu Hass und Gewalt aufrufen, wird bestraft“, sagte Sarkozy. Es müsse zudem untersucht werden, ob und wie in Gefängnissen radikales fundamentalistisches Gedankengut verbreitet werde. Außerdem soll jede Person bestraft werden, die sich im Ausland indoktrinieren lässt.

Der Bürgermeister von Toulouse, Pierre Cohen, und die Abgeordneten des Stadtparlaments forderten ihre Mitbürger in einer Erklärung auf, sich am Freitag (12.00 Uhr) auf dem zentrale Place du Capitole zu versammeln. Sie sollten so ihre Solidarität mit den Opfern und ihre Anlehnung von rassistischem und antisemitischen Hass demonstrieren.

Nach Angaben von Innenminister Claude Guéant drang die Spezialeinheit am Donnerstagvormittag durch Fenster und Türen in das Haus ein, in dem sich Merah seit dem frühen Mittwochmorgen verschanzt hatte. Zuvor sei die Wohnung mit Video-Robotern ausgekundschaftet worden. Der Attentäter sei aus dem Badezimmer gestürmt und habe mit mehreren Waffen das Feuer auf die Beamten eröffnet.

„Es waren viele Salven, ziemlich schwer. Ein Mitglied des Einsatzkommandos sagte mir, dass er noch nie zuvor ein Feuergefecht von solcher Intensität erlebt hat“, sagte Guéant. Merah soll eine schusssichere Weste getragen haben. Nach Angaben des TV-Senders BFM wurden mehr als 300 Patronen verschossen. Schließlich sei der Mann aus dem Fenster seiner Wohnung gesprungen. Wie Staatsanwalt François Molins mitteilte, schoss ihm ein Scharfschütze in den Kopf - in Selbstverteidigung.

Merah hatte offenbar geplant, mit der Waffe in der Hand zu sterben. „Wenn ich sterbe, gehe ich ins Paradies - wenn ihr sterbt, Pech für euch!“, soll er Polizisten gesagt haben. Der Mann war zum Widerstand entschlossen. Er hatte der Polizei mehrmals angekündigt, sich zu stellen, schließlich aber den Kontakt abgebrochen. In einem Wagen seien Maschinenpistolen und Revolver des 23-Jährigen gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

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Der mutmaßliche Attentäter filmte seine Taten

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  • Nicht nur die Islamkritischen, auch Juden, US und besonders "Marktkritische" Welche Seiten bleiben jetzt noch?

  • In Frankreich will man gegen den Terror vorgehen und in Deutschland? Mein Eindruck: Er wird hier gestützt und gefördert. Nur ein paar Beispiele: Hr. Wulff und Frau Harms, Man weigert sich auch die Verurteilung des Völkermordes an den Armeniern zu verlangen. Frau Senatorin Kolat schweigt dazu oder anders gesagt: Sie gegrüßt ihn (Schweigen = Zustimmung ). Dies scheint die neue Voraussetzung zu sein um verantwortliche Positionen in Deutschland zu erlangen.

  • das abscheuliche verbrechen wird von sarkozy jetzt benutzt,
    um gegen die freie information über das internet vorzugehen.

    er sollte lieber seine justiz und die geheimdienste in
    regress nehmen, die haben diesen mörderischen moslem offen
    gewähren lassen, sich zu bewaffnen und kleine 3 jährige
    kinder brutalst zu ermorden. aber im internet kann man
    sich offen informieren, abseits der lügengeschichten, das
    scheint gefährlicher als solch ein irrer moslemischer
    terrorist.

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