Mordfall Litwinenko
Der geheimnisvolle Signore S.

Heute wurde Mario Scaramella aus dem Londoner Krankenhaus entlassen. Von dort hatte er die Spekulationen im Mordfall Litwinenko genährt. In Italien gibt es neue Ermittlungen gegen den dubiosen Geheimdienstexperten, von dem keiner weiß, ob er eine Schlüsselfigur in dem Fall darstellt, oder doch nur einen Möchtegern-007.

Die letzten Tage waren die dramatischsten im Leben von Mario Scaramella. Dabei hat der sogenannte Geheimdienstexperte schon einiges erlebt. „Er ist zum Tode verurteilt“, erklärten italienische Politiker, nachdem auch in Scaramellas Körper das radioaktive Polonium-210 gefunden wurde.

Seitdem lag der Italiener im Londoner University College Hospital, wo Alexander Litwinenko am 23. November starb. Am Anfang wurde dem 36-jährigen gesagt, man habe bei ihm das Fünffache der tödlichen Polonium-Dosis gefunden. Doch heute wurde er aus der Klinik entlassen.

„Mir geht es besser“, hatte Scaramella bereits gestern gegenüber verschiedenen Medien erklärt. Mit seinen Interviews am Krankenbett nährte der Italiener auch die Spekulationen im Fall Litwinenko. Als eine der letzten Personen hatte der den ehemaligen KGB-Spion am Tag des Anschlags in einem Londoner Sushi-Restaurant getroffen. In einem Interview mit dem US-Sender CNN bezweifelte Scaramella jedoch, dass Litwinenko dort vergiftet wurde.

Bei seinem Treffen mit Litwinenko hatte er ihm vermeintlich brisante Dokumente übergeben. „Diese enthielten viele, beunruhigende, präzise Details über ein Mordkomplott“, erklärte Scaramella in einem Interview mit der italienischen Zeitung „La Repubblicca“. Im Visier der Attentäter sollen demnach mehrere Personen gestanden haben, die dem Milliardär Boris Beresowski nahe standen.

Neben der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja seien auch Litwinenko und Scaramella selbst darunter gewesen. In dem Interview mit CNN bezeichnete er die Hintermänner als „Leute mit Verbindungen zu Geheimorganisationen, die nicht direkt der Kontrolle des russischen Establishments unterstehen, aber aus Russland kommen“, im allgemeinen seien das pensionierte Geheimdienstler.

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