Moskau
Russisch-iranische Atomgespräche ohne Durchbruch

Russland und der Iran haben bei ihren Atomgesprächen am Mittwoch keinen Kompromiss erzielt. Der Iran beharrt darauf, in jedem Fall auf eigenem Territorium Uran anzureichern. Selbst die russische Seite gibt sich pessimistisch.

HB MOSKAU. Es müssten noch weitere Fragen über eine mögliche Urananreicherung für die Islamische Republik auf russischem Boden untersucht und geklärt werden, sagte der iranische Chefunterhändler Al Laridschani nach Ende der Gespräche am Mittwochabend vor Journalisten. „Dafür braucht es Zeit.“

Es war die dritte Gesprächsrunde über den Vorschlag Russland, auf seinem Boden die Urananreicherung für den iran vorzunehmen. Laridschani bekräftigte zudem, der Iran werde an seinem Vorhaben der Urananreicherung auf eigenem Gebiet festhalten. „Ich möchte sagen, dass der Prozess der Urananreicherung ein souveränes Recht jeden Staates ist“.

Der russische Vize-Außenminister Sergej Kisljak sagte nach Ende der Gespräche, es seien „nicht wenige Fragen offen“ geblieben. Damit wird die Zeit für einen Durchbruch in dem festgefahrenen Konflikt knapp, bevor die Atomenergiebehörde der Vereinten Nationen am 6. März ihren Bericht zum Nuklearprogramm des Irans vorlegt.

Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben eine mögliche Einigung auf den russischen Vorschlag bereits als relativ wertlos zurückgewiesen, solange der Iran nicht Abstand nimmt von der Anreicherung auf eigenem Boden. Sie fürchten, der Iran strebe unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogrammes nach Atomwaffen. Hochangereichertes Uran kann zum Bau solcher Waffen eingesetzt werden.

Über das Ergebnis der Gespräche hatte es zunächst Verwirrung gegeben, nachdem eine Agentur von einer grundsätzlichen Einigung berichtet hatte. Die iranische Delegation wird Moskau nach Berichten russischer Medien am Donnerstag verlassen. Laridschani deutete jedoch an, zuvor könnte es weitere Gespräche geben.

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