Moskau versus Kiew: Propagandaschlacht um „Gasgeschenk“

Moskau versus Kiew
Propagandaschlacht um „Gasgeschenk“

From Russia with love: Eigentlich hat Russland im November der Ukraine den Gashahn zugedreht. Doch jetzt erhitzen angebliche Gaslieferungen von Putins Gnaden an einen ukrainischen Grenzort die PR-Strategen beider Seiten.

MoskauHat er oder hat er nicht? Kiew und Moskau streiten erbittert darüber, ob Kremlchef Wladimir Putin in einem Akt der Menschlichkeit einer frierenden Kleinstadt im ostukrainischen Gebiet Cherson (befindet sich unter der Kontrolle Kiews) den Gashahn aufgedreht hat oder nicht. Der Streit zeigt, wie angespannt das Verhältnis der slawischen „Bruderstaaten“ zueinander ist – und wie beide Seiten jede Nachricht zu ihren Gunsten auslegen.

Das Bild passt perfekt in die Moskauer Abendnachrichten: Die ganze Ukraine muss wegen ihrer korrupten Führung frieren, weil das Land kein russisches Gas hat. Die ganze Ukraine? Nein, ein kleiner Ort an der Grenze zur Krim bekommt von dort sein Gas, nachdem der Bürgermeister Alexander Tulupow ausgerechnet Putin um Hilfe gebeten hat.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Tulupow habe sich wegen des starken Frostes in der Region – die Temperaturen am Asowschen Meer sind zum Jahreswechsel auf Werte um 15 bis minus 20 Grad gefallen – an die russische Führung gewandt. Putin habe daraufhin Anweisung gegeben, die Frage der Gaslieferungen in die ukrainische Ortschaft Henitschesk zu lösen.

Zur Erinnerung: Die russischen Gaslieferungen an die Ukraine wurden Ende November ausgesetzt, weil Kiew keine Vorauszahlungen mehr leistete. Eine Einigung über den Preis für das erste Quartal 2016 steht noch aus. Die ukrainische Führung erklärte unlängst gar, dass das Land ganz ohne russisches Gas auskomme. Doch nun friert es in der Region Cherson gewaltig.

In der russischen Regierung wurde auf Putins Anweisung operativ reagiert: Vize-Premier Dmitri Kosak erklärte später, das erste Gas sei schon geflossen. Krim-Oberhaupt Sergej Aksjonow bezifferte den Umfang der Lieferungen nach Henitschesk auf 14.000 Kubikmeter. „Bei ihnen ist der Gasdruck im System auf das Doppelte gestiegen, darüber hat mich eben die Führung von Tschernomorneftegas unterrichtet“, sagte er.

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Propagandaschlacht um „Gasgeschenk“

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Das Dementi aus Kiew kam postwendend

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