Moskauer Menschenrechtler
Auch Russen unter Opfern in der Ostukraine

Russland bestreitet, dass russische Soldaten im Ukraine-Konflikt an der Seite der Separatisten kämpfen. Moskauer Menschenrechtler schätzen die Zahl der getöteten Russen in der Ostukraine nun jedoch auf etwa 1000.
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MoskauIm Kriegsgebiet Ostukraine sind Schätzungen von Menschenrechtlern in Moskau zufolge bei Kämpfen auch Hunderte Russen getötet worden. „Es sind wohl sogar um die etwa 1000 Tote. Es könnten auch mehr sein“, sagte der Bürgerrechtler Sergej Kriwenko von der Menschenrechtsorganisation Memorial der Deutschen Presse-Agentur in der russischen Hauptstadt. Unter den Toten seien auch viele Soldaten.

Russland weist Vorwürfe der prowestlichen ukrainischen Führung zurück, dass an der Seite der moskautreuen Separatisten im Konfliktgebiet reguläre Truppen im Einsatz seien. Einer aktuellen Umfrage zufolge gehen 26 Prozent der Russen davon aus, dass in der Ukraine auch russische Soldaten kämpfen. Hingegen sagten 52 Prozent, im Kriegsgebiet Donbass befänden sich keine russischen Truppen. Das teilte das Lewada-Zentrum in Moskau mit.

Kremlchef Wladimir Putin hatte unlängst die Anzahl der in Friedenszeiten getöteten Soldaten zum Staatsgeheimnis erklärt. Menschenrechtler kritisieren, damit sollten Verluste in der Ukraine verheimlicht werden. Memorial und Organisationen wie die Vereinigung der Soldatenmütter beklagen zudem, dass Familien der Militärangehörigen oft über die Todesumstände im Unklaren gelassen würden. Schätzungen zufolge starben bei dem Konflikt bisher mehr als 6000 Menschen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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