Moskaus Außenminister Lawrow
„Angriff auf russische Bürger ist Angriff auf Russland“

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnt davor, die russischen Interessen in der Ukraine zu verletzen. Andernfalls drohte er mit einer „Antwort gemäß dem Völkerrecht“. Was er damit genau meinte, ließ er offen.
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MoskauDer russische Außenminister Sergej Lawrow hat im Fall einer Verletzung russischer Interessen in der Ukraine mit einer „Antwort“ gedroht. Würden die „legitimen Interessen, die Interessen der Russen“ angegriffen, sehe er keine Alternative zu einer „Antwort gemäß dem Völkerrecht“, sagte Lawrow dem Fernsehsender Russia Today am Mittwoch. Wie eine solche Reaktion aussehen könnte, sagte Lawrow nicht, allerdings zog er zum Vergleich die Lage in Süd-Ossetien im Sommer 2008 heran.

Damals hatten Russland und Georgien einen kurzen Krieg um die abtrünnige Kaukasusregion geführt. Moskau erkannte Süd-Ossetien sowie die ebenfalls abtrünnige Region Abchasien in der Folge als unabhängig an. „Ein Angriff auf russische Bürger ist ein Angriff auf Russland“, sagte Lawrow nun.

Der Minister äußerte sich, nachdem Kiew am Dienstag die Wiederaufnahme des „Anti-Terror-Einsatzes“ der Sicherheitskräfte im Osten der Ukraine angeordnet hatte. Dort hatten prorussische Aktivisten vor fast zwei Wochen rund ein Dutzend Städte überrannt und mehrere Verwaltungsgebäude besetzt.

Die Ukraine ihrerseits warf Russland die Unterstützung von Terroristen und Separatisten vor. Moskau müsse seine Verpflichtungen aus dem Genfer Abkommen umsetzen und auf seine Anhänger einwirken, um in der Ostukraine die „Gewalt zu beenden und Geiseln sowie besetzte Gebäude freizugeben“, verlangte die Regierung am Mittwoch in Kiew. Lawrow wies jeden Einfluss Moskaus auf die Bewaffneten zurück und erhob seinerseits schwere Anschuldigungen gegen die USA.

Washington habe demnach die Handlungen der prowestlichen Machthaber in Kiew zu steuern. Er habe keine Zweifel, dass die Amerikaner „die Show dirigieren“, sagte Lawrow in einem Interview des Staatsfernsehsenders RT. US-Vizepräsident Joe Biden hatte am Dienstag Kiew besucht. Danach ordnete Interimspräsident Alexander Turtschinow an, die über Ostern gestoppte Anti-Terror-Operation im Gebiet Donezk wieder aufzunehmen.
Nach dem Genfer Abkommen zwischen Russland, den USA und der EU sowie der Ukraine vom 17. April müssen alle paramilitärischen Gruppen ihre Waffen abgeben und besetzte Gebäude räumen. Russland und die Ukraine streiten aber über die Auslegung der Beschlüsse.

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„Armee hat nur einen Befehl: den Schutz der Bürger“

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  • @hb...

    Das bezog sich auf die Aussage von Herrn Kammerer....

  • aha, und wer bezahlt das alles? ich würde gerne für meine Meinung auch noch Geld kriegen.... Also manchen Dünnschiss muss man einfach kommentieren, tut mir leid....


  • Die USA befinden sich in einem "financial war-scenario". Gekämpft wird mit allen Truppen, nur die Armee pfeift allenfalls zu Paraden.

    Sie träumen wohl von den alten Zeiten um Jelzin...

    Paar Hilfstruppen drönen ebenfalls ins Horn.

    Neue Zeiten brechen an, seht euch vor, Michels aus Berlin -Lönneberger.

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