Moskaus neuer Bürgermeister Sergej Sobjanin - Ein treuer Diener Putins

Moskau wird künftig von einem langjährigen Vertrauten von Regierungschef Wladimir Putin regiert. Sergej Sobjanin hat seine politische Karriere zu Sowjetzeiten im Osten des Riesenreichs begonnen und gilt als Mann ohne eigene politische Ambitionen. Er ist mehr Statthalter als Stadtvater und damit genau das Gegenteil seines einflussreichen Vorgängers.
  • Florian Willershausen
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Sergej Sobjanin: Mit viel Lob hat Kremlchef Dmitri Medwedew für den Bürgermeisterkandidaten geworben. Quelle: dpa

Sergej Sobjanin: Mit viel Lob hat Kremlchef Dmitri Medwedew für den Bürgermeisterkandidaten geworben.

(Foto: dpa)

MOSKAU. Am Wochenende hatte Kremlchef Dmitrij Medwedjew den aus der sibirischen Stadt Tjumen stammenden Sobjanin als Nachfolger des im September entlassenen Juri Luschkow vorgeschlagen. Gestern beschloss das Moskauer Stadtparlament, Sobjanin an diesem Donnerstag zu wählen.

Die Wahl des Bürgermeisters ist in Russland eine bloße Formalie; die Abgeordneten haben sich nach dem Vorschlag des Präsidenten zu richten. Schon der Lebenslauf des gelernten Schlossers deutet an: Sobjanin ist ein treuer Lehnsmann von Wladimir Putin, kein Reformer aus dem Lager von Präsident Medwedjew. Putin – damals noch Präsident – holte Sobjanin 2005 in die Hauptstadt. Zuvor hatte der passionierte Jäger als Gouverneur das erdölreiche Gebiet Tjumen zu einer prosperierenden Provinz ausgebaut – ohne sich jedoch mit Forderungen nach zu viel Demokratie oder Marktwirtschaft aus dem Fenster zu lehnen.

Ein treuer Paladin wie Sobjanin ist ganz nach dem Geschmack Putins: Der neue Bürgermeister ist kein Manager mit Hang zu allzu selbstständigem Handeln, sondern ein Technokrat mit Augenmaß, der sich eng nach oben abstimmt.

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