Moslem-Extremisten dingfest gemacht
Ein Drahtzieher der Madrid-Anschläge festgenommen

Bei einer internationalen Polizeirazzia gegen islamische Terroristen ist in Mailand einer der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Madrid mit 191 Toten gefasst worden. Das teilte der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu am Dienstag in Rom mit.

HB BRÜSSEL/ROM/MADRID. Insgesamt wurden in Belgien und Italien mindestens 18 Verdächtige festgenommen. Der Marokkaner Rabei Osman El Sayed Ahmed (32) sei vermutlich einer der Haupttäter des Blutbades vom 11. März gewesen, sagte Pisanu. Auch zwei mutmaßliche Komplizen seien gefasst worden.

In Belgien nahm die Polizei 15 mutmaßliche islamische Extremisten fest, die nach Überzeugung spanischer Ermittler Verbindungen zu dem 32-Jährigen hatten und bereits neue Anschläge in Europa planten. Sie werden der zum Terrornetzwerk El Kaida zählenden Islamistischen Kampfgruppe Marokkos (GICM) zugerechnet, die für das Massaker von Madrid verantwortlich gemacht wird. Unter den Festgenommenen seien Marokkaner, Ägypter, Jordanier und Palästinenser.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Brüssel durchsuchten Spezialeinheiten der Bundespolizei zahlreiche Wohnungen unter anderem in der belgischen Hauptstadt. Auch in Frankreich und in Spanien seien die rund 200 Fahnder im Einsatz gewesen, hieß es in Madrid.

„Wir sind bereit zum Märtyrertod“, sagte der 32-jährige El Sayed nach seiner Festnahme in Mailand. Spanien will nun seine Auslieferung erreichen, um ihm wegen 191-fachen Mordes den Prozess zu machen. Er gelte als Sprengstoffexperte und sei vermutlich vor den Anschlägen des 11. März in Madrid gewesen, hieß es weiter. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass er die damals eingesetzten Bomben gebaut hat.

El Sayed alias „Mohammed, der Ägypter“ sei möglicherweise der Statthalter des Terrornetzwerks El Kaida in diesem Land. Er habe zudem Verbindungen zu dem mutmaßlichen Anführer des Madrider Terrorkommandos, dem Tunesier Serkane Ben Abdelmajid, gehabt. Dieser hatte sich drei Wochen nach dem Blutbad mit sechs Komplizen in die Luft gesprengt. El Sayed habe auch Kontakte zu dem mutmaßlichen El- Kaida-Chef in Europa, dem Marokkaner Amer Azizi, gepflegt.

Bei den Anschlägen vom 11. März in Madrid hatten islamische Terroristen mit Verbindungen zu El Kaida ein Dutzend Bomben in vier Pendlerzügen gezündet. Rund 1 500 Menschen waren damals verletzt worden. Seither wurden 40 Verdächtige festgenommen, von denen 14 in Haft sitzen.

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