Mossack Fonseca Panama Papers – Chefs der Steuer-Kanzlei festgenommen

Die Offshore-Kanzlei Mossack Fonseca steht im Mittelpunkt der Panama Papers. Nun wurden die Eigentümer festgenommen, darunter der Deutsche Jürgen Mossack. Hintergrund ist der größte Korruptionsskandal Lateinamerikas.
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Laut übereinstimmenden Medienberichten wurden die Eigentümer der Kanzlei festgenommen. Quelle: AFP
Offshore-Skandal Mossack Fonseca

Laut übereinstimmenden Medienberichten wurden die Eigentümer der Kanzlei festgenommen.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDie Affäre um die Panama Papers führt nun offenbar zu Festnahmen. Jetzt erwischte es die Eigentümer der lateinamerikanischen Kanzlei Mossack Fonseca. Die beiden Hauptpartner der Offshore-Kanzlei Mossack Fonseca wurden laut übereinstimmenden Medienberichten festgenommen. Die Verhaftung des Deutschen Jürgen Mossack sowie seines Partner Ramón Fonseca kam nur wenige Stunden, nachdem die Behörden Panamas der Kanzlei vorgeworfen hatten, in den milliardenschweren Korruptionsskandal in Lateinamerika verwickelt zu sein.

Die Büros der Firma wurden untersucht. Fonseca, ein ehemaliger Berater des panamaischen Präsidenten Juan Carlos Varela, und Mossack wurden zunächst im Hauptsitz der Staatsanwaltschaft vernommen und danach in Polizeigewahrsam überstellt, wie Verteidiger Eliás Solano erklärte. Die zuständige Generalsstaatsanwältin in Panama City, Kenia Porcell, nannte Mossack Fonseca eine „kriminelle Organisation“.

Die Kanzlei steht im Verdacht, im Rahmen des Panama-Papers-Skandal Gelder von Unternehmen und Prominenten vor ausländischen Behörden versteckt zu haben. Sie soll zudem Anlaufstelle für Kriminelle sein, um deren Geld zu waschen. Mossack Fonseca gilt zudem als Teil einer Affäre um Schmiergeldzahlungen in Milliardenhöhe. Konkret geht es um den sogenannten Lava-Jato-Skandal, in den auch die brasilianische Baufirma Odebrecht verstrickt sein soll. Das Unternehmen soll unter anderem Politiker geschmiert haben, um an öffentliche Bauvorhaben zu kommen.

Die prominenten Köpfe mit Panama-Connection
Malcolm Turnbull
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Nach der Veröffentlichung der Rohdaten der „Panama Papers“ werden Vorwürfe gegen Malcolm Turnbull laut. Der amtierende australische Ministerpräsident soll früher Direktor einer Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln gewesen sein, heißt es in den Unterlagen. Turnbull und sein Sprecher wiesen die Vorwürfe zurück – beim bereits bekannten Vorgang seien keine „Unregelmäßigkeiten“ aufgetreten.

Emma Watson
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In der Vergangenheit glänzte die britische Schauspielerin Emma Watson in den Harry-Potter-Filmen als charmante und äußerst begabte Hermine Granger. Nun taucht der Name der britischen Schauspielerin in Verbindung mit den „Panama Papers“ auf. Medienberichten zufolge soll sie eine Wohnung über eine Briefkastenfirma gekauft haben. Ihr Sprecher bestätigte gegenüber „The Spectator“, dass Watson eine im Datensatz erwähnte Firma gegründet habe – dabei gehe es allerdings um den Schutz der Privatsphäre, da britische Firmen die Namen ihrer Teilhaber und Anteilseigner veröffentlichen müssten. Finanzielle Vorteile habe sie dadurch nicht gehabt, so der Sprecher.

Mauricio Macri
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Der frisch gewählte argentinische Ministerpräsident ist der Hoffnungsträger des wirtschaftlich angeschlagenen Landes. Doch die Mossack-Dokumente könnten für Mauricio Macri nun zum Stolperstein werden. Eine Stellungnahme hat Macri zu den Vorwürfen nicht abgegeben. Lediglich sein Sprecher Ivan Pavlovsky hat den Vorwürfen widersprochen. Der Präsident hätte an der betrügerischen Offshore-Firma keinen Anteil gehabt. Die Firma verfolge Interessen in Brasilien und hätte eine Verbindung zu den Familiengeschäften. Deshalb sei Macri auch der Direktor der Firma. Schwer vorstellbar, dass Macri als Direktor keine Ahnung über die Machenschaften der Offshore-Firma gehabt habe.

Petro Poroschenko
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Sollten die Vorwürfe stimmen, dürfte es auch für Ukraines Ministerpräsident Petro Poroschenko unangenehm werden. Eigentlich wollte sich der Oligarch von seinem Schokoimperium trennen, nachdem er zum Präsidenten des vom Krieg mit Russland zerrütteten Landes geworden ist. Doch die Mossack-Dokumente zeichnen nun ein anderes Bild. Während in der Ostukraine seine Soldaten starben, gründete er laut der „Süddeutschen Zeitung“ in Panama die Briefkastenfirma „Prime Asset Partners Limited“, in die die zyprischen und ukrainischen Firmen von Poroshenkos Roshen-Gruppe überführt wurden. Die Gründung der Briefkastenfirma wurde nicht öffentlich gemacht.

Sigmundur Davíð Gunnlaugsson
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Auch der isländische Premierminister soll bis Ende 2009 zusammen mit seiner heutigen Ehefrau eine Briefkastenfirma besessen haben, in der unter anderem Anleihen wichtiger isländischer Banken deponiert waren. Wie empfindlich der isländische Premier auf diese Vorwürfe reagiert, hat er in einem im März geführten Interview bewiesen. Nachdem die Journalisten Gunnlaugsson nach seinen Verbindungen zu der Briefkastenfirma „Wintris“ gefragt hatten, die auf den Britischen Jungferninseln gegründet wurde, unterbrach der Premier das Interview.

Bjarni Benediktsson
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Nicht nur der Ministerpräsident Islands ist in die Briefkastenaktivitäten verwickelt. Auch der isländischen Finanzminister steht in den geleakten Dokumenten. Der aus einer der reichsten Familien Islands stammende Politiker hält 33 Prozent an der Briefkastenfirma „Falson & Co.“, die 2005 in den Seychellen gegründet wurde. Auch nachdem er 2009 ins Parlament einzog, meldete Benediktsson die Firma nicht an. Der Minister bestreitet die Vorwürfe. Zum einen soll er nicht gewusst haben, dass die Firma auf den Seychellen registriert war, zum anderen sei die Firma steuerlich gemeldet gewesen. Komplettiert wird das betrügerische Dreigestirn in Island durch die Innenministerin Olöf Nordal, die zusammen mit ihrem Ehemann in Panama die Firma „Dooley Securities“ gegründet hat. In Island ist die Wut auf die Politiker groß. Es finden auf den Straßen bereits erste Proteste statt.

Ian Cameron
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Der 2010 verstorbene Vater des britischen Premierministers David Cameron (links) ist mit Aktiengeschäften und als Investor zu großem Reichtum gelangt. Die nun veröffentlichten Panama-Papers zeigen nun, dass er es mit der Versteuerung seines Vermögens nicht ganz so genau genommen hat. Ian Cameron soll mithilfe seiner 1999 gegründeten Firma auf den Bahamas Steuern hinterzogen haben. David Cameron hat zu den Vorwürfen gegen seinen Vater keine Stellungnahme abgegeben.

Im April 2016 hatte ein internationales Netzwerk investigativer Journalisten, darunter der „Süddeutschen Zeitung“, über rund 200.000 von Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

In Island musste nach starken Protesten Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson zurücktreten, weil sein Name in den „Panama Papers“ aufgetaucht war. Panamas Regierung geriet unter Druck und erklärte sich bereit, mit anderen Ländern gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche vorzugehen. So unterzeichnete Panama im Oktober das OECD-Abkommen über gegenseitige Amtshilfe in Steuerfragen (MAC).

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  • Ich frage mich, wie viele soziale Einrichtungen in diesem Lande noch geschossen werden ?

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