„Motor City“ vor dem Bankrott
In Detroit gehen die Lichter aus

Detroit stellt Zahlungen auf einen Teil seiner Schulden ein. Die Straßenbeleuchtung kann kaum noch bezahlt werden. Nur drastische Maßnahmen könnten helfen.
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San FranciscoGeneralstabsmäßig bereitete Detroits Krisenmanager Kevyn Orr das Geheimtreffen am Freitag mit Gewerkschaften, Investoren, Versicherern und Offiziellen der Stadt vor. Nicht mehr als zwei Teilnehmer pro Delegation waren erlaubt, die Mobiltelefone der gut 100 Teilnehmer wurden an der Eingangstür zum Versammlungsort in einem Detroiter Flughafenhotel eingesammelt. Denn wie jetzt klar ist, hatte er Großes vor.

Detroit wird mit sofortiger Wirkung die Zahlungen auf zunächst 40 Millionen Dollar ausstehende, unbesicherter Schulden aussetzen. Damit macht er unmissverständlich klar, wie katastrophal die Lage von „Motor City“ ist. Einst das brummende Herz der amerikanischen Auto-Industrie ist Detroit heute kaum noch in der Lage, die Straßenbeleuchtung zu bezahlen, Polizei und Feuerwehr können nur noch auf die größten Notfälle reagieren. Immer mehr Menschen verlassen die Stadt, die Kriminalität hat beängstigende Ausmaße erreicht, das Durchschnittseinkommen mit unter 20.000 Dollar im Jahr beängstigende Tiefstände für eine US-Metropole erreicht.

Von 1,8 Millionen Einwohnern zu besten Zeiten in den 1950ern sind noch gerade mal 700.000 übrig geblieben. Wer nicht ganz weggezogen ist, der wohnt in den Vorstädten, um der Armut und der zunehmenden Gewalt im Zentrum zu entgehen, das in der Nacht zu einer Geisterstadt wird.

„Finanzielles Missmanagement, schrumpfende Bevölkerung und Steuerbasis sowie andere Faktoren haben Detroit in den vergangenen 45 Jahren an den Rand des finanziellen Ruins und der Funktionsunfähigkeit gebracht“, heißt es in einem Statement von Freitag. Detroit ist am Ende.

Jetzt verlangt Orr massive Zugestände von den Anleihebesitzern, von Pensionären und öffentlichen Angestellten. Sie sollen für einen Teil der Schulden und nicht finanzierten Pensionszusagen einen Schnitt von 90 Prozent akzeptieren, für jeden Dollar gäbe es zehn Cent zurück. Betroffen wären laut der Mitteilung rund 17 Milliarden Dollar. Was auf Pensionäre oder städtische Bedienstete zukommen wird, ist noch nicht im Detail klar. Aber es stehe „alles auf dem Prüfstand“.

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  • Detroit ist nur symptomatisch für den Untergang einer ganzen Indistire in den USA, die den Anschluss an die automobile Weiterentwicklung verpasst hat. Dicke Kreuzer und Gallonenfressende Pickup's kann sich halt auch der wegrationalisierte Duchschnittsamerikaner nicht mehr leisten. Etwas kleineres fehlt im Angebot aus Detroit.

    Aber wenn man die Zalungsunfähigkeitskriterien von Detroit auch bei uns als Maßstab nehmen würde, dann wären schon seit Jahren die Lichter in vielen deutschen Städten und Stadtsstaaten aus. Stichwort: Berlin ist pleite, aber sexy!

    Während man in Detroit die Notbremse zieht, feiern die Pleite-OB's hierzulande den Christopher-Street-Day auf Kosten der steuerzahlenden Bürger der Geberländer!

  • Na, was sagen denn die Verfechter kapitalgedeckter betrieblicher Altersvorsorge dazu? Klingt irgendwie unsicherer, als das Umlageverfahren...

  • Und nachhaltig??? Und wo kommt das Kapital her?????

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