Mubarak-Nachfolge
El Baradei relativiert seine Ambitionen

Der ägyptische Friedensnobelpreisträger El Baradei hat sich nach dem Sturz Mubaraks für einen klaren Generationswechsel ausgesprochen. Doch gänzlich will er sich dabei nicht aus dem Spiel nehmen.
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Kairo„Ich hoffe, dass der Präsident zwischen 40 und Anfang 50 sein wird“, sagte der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde in einem am Montag verbreiteten Interview des Fernsehsenders Al-Dschasira. „Ich werde mich natürlich nicht selbst als Präsident der Republik nominieren“, fügte der 68-Jährige hinzu. „Ich habe kein Bedürfnis, Präsident zu sein.“ Es gehe ihm ausschließlich darum zu erleben, dass seinem Land den Übergang zur Demokratie gelinge.

Mit seinen Äußerungen schien El Baradei sich gleichwohl für den Fall, dass andere ihn zu einer Kandidatur drängen sollten, selbst nicht völlig aus dem Spiel zu nehmen. Viele Anhänger würden ihn gerne als Präsidenten sehen. Doch auch wenn er während des Volksaufstands zeitweise als Sprachrohr der Opposition fungierte, so werfen ihm Kritiker doch vor, zu lange im Ausland gelebt zu haben.

Nach Mubarals Sturz sollen die Vermögen führender Mitglieder seines Regimes in Europa eingefroren werden. In mehreren EU-Ländern sei eine entsprechende Anfrage aus Kairo eingegangen, teilte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde am Montagabend in Brüssel mit. Dagegen gab es aus Washington unterschiedliche Angaben über das Vorliegen einer solchen Bitte der ägyptischen Übergangsregierung.

Während der US-Sender CNN unter Berufung auf Regierungsvertreter meldete, dass Kairo um die Sperrung der Konten des Mubarak-Regimes gebeten habe, konnte Außenamtssprecher Philip Crowley dies nicht bestätigen. „Mir ist nicht bekannt, dass es eine spezielle Anfrage irgendwelche Konten im Zusammenhang mit Mubarak betreffend gibt“, sagte er am Montag in Washington. Wenn eine solche Anfrage aber gestellt werde, „werden wir angemessene Maßnahmen ergreifen“.

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