Münchener Sicherheitskonferenz Bono warnt vor Folgen von Abschottung

Der Sänger der Band U2, Bono, warnt auf der Münchener Sicherheitskonferenz vor den Folgen der Abschottung gegenüber Afrika. Der Kontinent müsse unterstützt werden. Der Musiker ist schon lange sozial in Afrika aktiv.
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Der irische Sänger spricht sich auf der Münchener Sicherheitskonferenz gegen Abschottung aus. Quelle: Reuters
Bono

Der irische Sänger spricht sich auf der Münchener Sicherheitskonferenz gegen Abschottung aus.

(Foto: Reuters)

MünchenU2-Sänger Bono hat die westliche Welt vor unabsehbaren Folgen durch den wachsenden Protektionismus und die Abschottung gegenüber Afrika gewarnt. „Ich sehe kein Meer, das groß genug ist und auch keine Mauer, die hoch genug ist, um uns diese Probleme fernzuhalten“, sagte er am Freitag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. „Wenn Nigeria zerfällt, zerfällt Afrika. Wenn Afrika zerfällt, zerfällt Europa. Und wenn Europa zerfällt, hat die Welt ein Problem.“

Mit Blick auf die USA erklärte Bono: „Große Staaten verhalten sich wie Inseln, während unsere gemeinsame Sicherheit durch den Sog eines unheiliges Dreiklangs bedroht ist - die drei Extreme: extreme Ideologie, extreme Armut und extremes Klima.“ Der irische Sänger war als Mitbegründer der Lobbyorganisation One zur Bekämpfung von Armut und Krankheiten eingeladen.

Ein „Who is who“ der Weltpolitik
Mike Pence
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Als US-Vizepräsident ist er der ranghöchste Vertreter der neuen US-Regierung in München. Alle Augen werden deshalb auf ihn gerichtet sein. Der 57-Jährige mit dem stets akkurat getrimmten Silberhaar gilt im Gegensatz zu seinem Chef als Ruhepol. Pence steht aber auch für strammen Konservatismus. Am Samstag wird er die künftige Außenpolitik der USA erstmals auf großer Bühne darstellen.

Angela Merkel
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Die Bundeskanzlerin will sich am Samstag mit Pence unter vier Augen unterhalten – das erste Treffen Merkels mit einem Vertreter der Trump-Regierung überhaupt. Zudem hält die 62-Jährige direkt vor Pence eine Rede. Die Kanzlerin hatte ungewöhnlich deutlich Trumps Einreiseverbot gegen Muslime kritisiert. Auch mit UN-Generalsekretär António Guterres ist Merkel verabredet.

Sergej Lawrow
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Der russische Außenminister kann 45 Jahre diplomatische Erfahrung in die Waagschale werfen. Lawrow gilt als „Mann fürs Feine“ von Kremlchef Wladimir Putin. „Ich bin Diplomat, die Politik überlasse ich dem Präsidenten“, unterstrich der Chefdiplomat einmal. Seit 2004 schon ist der 66-Jährige im Amt. Er ist bekannt als harter Verhandlungsführer, der die diplomatische Klaviatur auszureizen versteht.

John McCain
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Der US-Senator ist ein alter Haudegen, der auf seinen Kriegseinsatz in Vietnam ebenso stolz ist wie auf seine Kämpfe in der Politik. Seit den 1980er-Jahren sitzt McCain im US-Senat, 2008 trat der Republikaner gegen Barack Obama im Kampf um das Weiße Haus an – und verlor. Der 80-Jährige gilt als schärfster Trump-Kritiker unter den Republikanern – bereits im Wahlkampf entzog er ihm seine Unterstützung.

Antonio Guterres
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Seit Oktober 2016 steht der Portugiese an der Spitze der Vereinten Nationen. Vorher war Guterres portugiesischer Ministerpräsident und UN-Flüchtlingskommissar – er bringt also reichlich Erfahrung mit, kennt sich mit Krisen ebenso aus wie mit den Korridoren der Macht. Nun soll der 67-Jährige als UN-Generalsekretär in einer fragmentierten Welt Brücken bauen.

Petro Poroschenko
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Der ukrainische Präsident wünscht sich mehr Härte des Westens gegen Russland. Angesichts des Wiederaufflammens der Ukraine-Krise dürfte das auch in München der Fall sein. Der 51 Jahre alte Multimillionär hat beide prowestliche Revolutionen der Ex-Sowjetrepublik 2004 und 2014 mitfinanziert. Der Westen moniert, dass auch die Ukraine sich schwer damit tut, die in Minsk formulierten Bedingungen zum Frieden in der Ukraine zu erfüllen.

Viktor Orban
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Der ungarische Ministerpräsident hat sich in der Flüchtlingskrise als Rivale von Angela Merkel profiliert – und Zäune an der Grenze hochgezogen. Muslime betrachtet der rechtsnationale Regierungschef als Gefahr. Orban ist sicher nicht bei allen Besuchern der Sicherheitskonferenz gerngesehener Gast – schon wegen der Einschränkung der Medienfreiheit in Ungarn. Verfolgt eine Annäherung an Russland und setzt sich für ein Ende der EU-Sanktionen ein.

Auch in der westlichen Welt sei die Freiheit der Menschen längst nicht mehr selbstverständlich. Um sie zu sichern, müsse Afrika besser und nachhaltiger unterstützt werden. Finanzhilfen müssten verstetigt statt gekürzt werden. „Für uns Europäer ist das der Zeitpunkt, den guten Nachbarn in Afrika beizustehen“, sagte Bono. Dazu zähle der Kampf gegen die Korruption ebenso wie mehr Bildung, Arbeit und Beteiligung für die Menschen in Afrika.

  • dpa
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