Münchener Sicherheitskonferenz Merkel und UN-Generalsekretär pochen auf multilaterale Lösungen

Im Rahmen der Münchener Sicherheitskonferenz hat sich Bundeskanzlerin Merkel mit UN-Generalsekretär Guterres getroffen. Beide pochen auf multilaterale Zusammenarbeit. Samstag trifft die Kanzlerin den US-Vizepräsidenten.
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Die Bundeskanzlerin und der UN-Generalsekretär sind sich sicher, dass nur multilaterale Zusammenarbeit die Konflikte auf der Welt lösen können. Quelle: dpa
Antonio Guterres und Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin und der UN-Generalsekretär sind sich sicher, dass nur multilaterale Zusammenarbeit die Konflikte auf der Welt lösen können.

(Foto: dpa)

MünchenBundeskanzlerin Angela Merkel und UN-Generalsekretär Antonio Guterres pochen auf multilaterale Zusammenarbeit in der Welt und weisen Alleingänge von Staaten zurück. „Wir glauben an eine UN, die stark ist, die multilaterale Bemühungen bei den vielen Konflikten in der Welt voranbringt“, sagte Merkel am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz bei einem gemeinsamen Auftritt mit Guterres am Freitag. „Globale Probleme erfordern globale Antworten“, sagte der neue UN-Generalsekretär.

Das Treffen der Kanzlerin mit dem früheren UN-Flüchtlingskommissar wurde auch als Zeichen an die US-Delegation gewertet. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen einen protektionistischen Weg seines Landes angekündigt und etwa das internationale Klimaabkommen infrage gestellt.

Ein „Who is who“ der Weltpolitik
Mike Pence
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Als US-Vizepräsident ist er der ranghöchste Vertreter der neuen US-Regierung in München. Alle Augen werden deshalb auf ihn gerichtet sein. Der 57-Jährige mit dem stets akkurat getrimmten Silberhaar gilt im Gegensatz zu seinem Chef als Ruhepol. Pence steht aber auch für strammen Konservatismus. Am Samstag wird er die künftige Außenpolitik der USA erstmals auf großer Bühne darstellen.

Angela Merkel
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Die Bundeskanzlerin will sich am Samstag mit Pence unter vier Augen unterhalten – das erste Treffen Merkels mit einem Vertreter der Trump-Regierung überhaupt. Zudem hält die 62-Jährige direkt vor Pence eine Rede. Die Kanzlerin hatte ungewöhnlich deutlich Trumps Einreiseverbot gegen Muslime kritisiert. Auch mit UN-Generalsekretär António Guterres ist Merkel verabredet.

Sergej Lawrow
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Der russische Außenminister kann 45 Jahre diplomatische Erfahrung in die Waagschale werfen. Lawrow gilt als „Mann fürs Feine“ von Kremlchef Wladimir Putin. „Ich bin Diplomat, die Politik überlasse ich dem Präsidenten“, unterstrich der Chefdiplomat einmal. Seit 2004 schon ist der 66-Jährige im Amt. Er ist bekannt als harter Verhandlungsführer, der die diplomatische Klaviatur auszureizen versteht.

John McCain
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Der US-Senator ist ein alter Haudegen, der auf seinen Kriegseinsatz in Vietnam ebenso stolz ist wie auf seine Kämpfe in der Politik. Seit den 1980er-Jahren sitzt McCain im US-Senat, 2008 trat der Republikaner gegen Barack Obama im Kampf um das Weiße Haus an – und verlor. Der 80-Jährige gilt als schärfster Trump-Kritiker unter den Republikanern – bereits im Wahlkampf entzog er ihm seine Unterstützung.

Antonio Guterres
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Seit Oktober 2016 steht der Portugiese an der Spitze der Vereinten Nationen. Vorher war Guterres portugiesischer Ministerpräsident und UN-Flüchtlingskommissar – er bringt also reichlich Erfahrung mit, kennt sich mit Krisen ebenso aus wie mit den Korridoren der Macht. Nun soll der 67-Jährige als UN-Generalsekretär in einer fragmentierten Welt Brücken bauen.

Petro Poroschenko
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Der ukrainische Präsident wünscht sich mehr Härte des Westens gegen Russland. Angesichts des Wiederaufflammens der Ukraine-Krise dürfte das auch in München der Fall sein. Der 51 Jahre alte Multimillionär hat beide prowestliche Revolutionen der Ex-Sowjetrepublik 2004 und 2014 mitfinanziert. Der Westen moniert, dass auch die Ukraine sich schwer damit tut, die in Minsk formulierten Bedingungen zum Frieden in der Ukraine zu erfüllen.

Viktor Orban
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Der ungarische Ministerpräsident hat sich in der Flüchtlingskrise als Rivale von Angela Merkel profiliert – und Zäune an der Grenze hochgezogen. Muslime betrachtet der rechtsnationale Regierungschef als Gefahr. Orban ist sicher nicht bei allen Besuchern der Sicherheitskonferenz gerngesehener Gast – schon wegen der Einschränkung der Medienfreiheit in Ungarn. Verfolgt eine Annäherung an Russland und setzt sich für ein Ende der EU-Sanktionen ein.

Merkel betonte dagegen, dass genau das Pariser Klimaabkommen einer der großen Erfolge der UN sei. Ein weiteres sei die Verabschiedung der Entwicklungsziele 2030 für ärmere Länder. Guterres lobte Deutschland als „sehr soliden Pfeiler“ der internationalen Ordnung. Die Bundesregierung engagiere sich in vielen multilateralen Organisationen. Zudem sei Merkel ein Symbol für eine humanitäre Flüchtlingspolitik und dem Bekenntnis zu Vielfalt, die er als Vorbild für andere Teile der Welt sehe. Auch Merkel betonte, die Flüchtlingskrise sei eine globale Herausforderung. Gegen sie müsse durch die Bekämpfung der Fluchtursachen vorgegangen werden.

Die Kanzlerin hatte bereits am Mittwoch angekündigt, dass sie in München für einen multilateralen Ansatz in der internationalen Politik werben wolle. Am Samstag trifft sie mit US-Vizepräsident Mike Pence erstmals ein hochrangiges Mitglied der neuen Trump-Regierung.

  • dpa
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