Münchner Sicherheitskonferenz
Köhler kritisiert Missverhältnis zwischen Militärausgaben und Zivilhilfe

Auf der internationalen Sicherheitskonferenz in München hat Bundespräsident Horst Köhler die Industrieländer zu mehr ziviler Hilfe aufgefordert. Ohne diese könne es keine Sicherheit geben.

HB BERLIN. Bundespräsident Horst Köhler hat am Freitagabend auf der internationalen Sicherheitskonferenz in München auf die enorme Diskrepanz zwischen weltweiten Militärausgaben und dem Umfang der Hilfe für Entwicklungsländer hingewiesen. Dabei betonte er: «Ohne weltweite Armutsbekämpfung wird es für uns langfristig keine Sicherheit geben können. Entwicklungspolitik ist die beste Konfliktprävention.»

Es sollte nachdenklich machen, dass die Militärausgaben von über 900 Milliarden US-Dollar mehr als das Zehnfache der Entwicklungsleistungen der OECD-Länder betrügen, so Köhler. Auch Deutschland erfülle die international vereinbarten Vorgaben nicht. «Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine Lücke von fast 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr.»

Ein friedliches Zusammenleben sei unmöglich, wenn die Hälfte der Weltbevölkerung von weniger als zwei Dollar am Tag leben müssen. Gewalt und Flüchtlingsströme seien die Folge, so der Bundespräsident, der «an die Industrieländer, auch an Deutschland» appellierte, 0,7 Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Entwicklungshilfe aufzuwenden. Das sei eine moralische Pflicht. Und: «Auf Dauer wird das billiger sein, als Europa zu einer Festung auszubauen», so Köhler in München.

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