Mugabe droht der Opposition offen
Säbelrasseln in Simbabwe

Knapp zwei Wochen vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Simbabwe hat Machthaber Mugabe klar gemacht, dass er seinen Machtanspruch auf keinen Fall aufgeben wird. Er beschimpfte die Opposition und kündigte an, zu seinen Lebzeiten keinen Machtwechsel zuzulassen.

HB JOHANNESBURG/HARARE. Bei einer Trauerfeier auf dem sogenannten Heldenacker am Rande der Hauptstadt Harare betonte er, die von ihm als "Bande von Verrätern" verunglimpfte Opposition werde nie regieren. "Wir sind bereit für unser Land zu kämpfen", betonte er. Bereits zuvor hatte er betont, dass die ihm ergebenen Veteranen des Befreiungskrieges für den Fall eines Oppositionssiegs bei der Wahl mit Waffengewalt gedroht hätten.

Oppositionschef Morgan Tsvangirai wurde unterdessen am Samstag gemeinsam mit elf weiteren Politikern seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) erneut festgenommen. Es ist das fünfte Mal in eineinhalb Wochen, dass er während seines Wahlkampfes ohne Angabe von Gründen festgesetzt wurde. Wie in der Vergangenheit wurde er nach mehreren Stunden wieder freigelassen.

Die Oppositionspolitiker wurden nach Angaben ihrer Partei an einer Straßensperre außerhalb des Ortes Shurungwi festgenommen. "Es ist schlichtweg unmöglich, von freien und fairen Wahlen in Simbabwe zu sprechen - alles andere würde ganz klar bedeuten, die schweren Behinderungen, Einschüchterungen und Gewalt gegen die Bevölkerung auszublenden", erklärte MDC-Sprecher Nqobizitha Mlilo.

In Harare wurde MDC-Generalsekretär Tendai Biti in Handschellen und Fußeisen sowie unter schwerer Bewachung einem Haftrichter vorgeführt. Biti war am Donnerstag nach seiner Rückkehr von einem zweimonatigen Auslandsaufenthalt festgenommen worden und seitdem aus der Öffentlichkeit verschwunden. Ihm wird nach Polizeiangaben die illegale Verbreitung von Wahlergebnissen und Hochverrat vorgeworfen - darauf steht bei einer Verurteilung die Todesstrafe. Er wird am Montag erneut vor Gericht stehen.

Im Vorfeld der Stichwahl ums Präsidentenamt am 27. Juni zwischen Tsvangirai und Amtsinhaber Robert Mugabe hatte Biti versucht, vom Ausland aus politische Unterstützung gegen die Unterdrückung der Opposition im Wahlkampf zu mobilisieren. Beide Kandidaten hatten im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit erreicht.

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