
NEU-DELHI. Staatspräsidentin Sheikh Hasina wirft ihm Steuerhinterziehung vor und hat eine Untersuchungskommission eingesetzt. Schon nächste Woche, heißt es in Regierungskreisen, könnte die Entscheidung fallen.
Yunus soll in den neunziger Jahren rund 100 Millionen Dollar zweckgebundene Entwicklungshilfe an die Grameen Bank stillschweigend in eine andere Grameen-Gesellschaft umgeleitet haben. Angeblich, weil er um die Steuerfreiheit der gemeinnützigen Bank fürchtete. Norwegens Regierung griff den Fall noch einmal auf. Ergebnis: Es gebe keine Hinweise, dass Gelder zweckentfremdet wurden.
Doch die Kritik geht unvermindert weiter, denn Yunus hat in Bangladeschs politischem Establishment viele Feinde. 2007, als das ganze Land ihn wegen des Nobelpreises wie einen Volkshelden feierte, gründete er eine eigene Partei und äußerte Ambitionen auf das Präsidentenamt. Zwar zog er sich bald wieder aus dem intriganten Politikgeschäft zurück. Aber die Feindschaft mit Sheikh Hasina blieb. Sie nutzt die Gunst der Stunde, wirft den Mikrobanken vor, sie würden Wucherzinsen verlangen.
Yunus' Gefolgsleute fürchten nun, die Regierung wolle die Kontrolle über die Grameen Bank übernehmen. Ob das rechtlich zulässig ist - der Staat hält nur einen Minderheitsanteil - ist umstritten. Yunus selbst hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.