Mullah Achtar Mansur
Taliban-Chef bei US-Drohnenangriff in Pakistan getötet

Mit einem Drohnenangriff in Pakistan hat die US-Armee den Taliban-Chef Mullah Achtar Mansur getötet. US-Außenminister John Kerry begründete den Angriff mit der von Mansur ausgehenden Gefahr für US-Soldaten.

Quetta Mit einem Drohnenangriff in Pakistan hat die US-Armee den Taliban-Chef Mullah Achtar Mansur getötet. Der Tod des Taliban-Chefs ist aus Kreisen der radikalislamischen Miliz bestätigt worden. Er könne glaubhaft versichern, „dass Mullah Mansur nicht mehr ist“, sagte ein führender Taliban-Vertreter am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Zwei weitere Quellen bestätigten, dass andere führende Mitglieder der Miliz auf dem Weg in die pakistanische Stadt Quetta seien, um einen Nachfolger für Mansur zu bestimmen. Auch der afghanische Geheimdienst bestätigte am Sonntag Mansurs Tod. Mansur hatte die Führung der Taliban offiziell erst im Juli übernommen, nachdem der Tod des berüchtigten Taliban-Gründers Mullah Omar offiziell bestätigt worden war.

Mansur sei schon seit längerer Zeit „eng überwacht“ worden, teilte der afghanische Geheimdienst, die Nationale Sicherheitsdirektion, in Kabul mit. Am Samstag sei er bei einem Drohnenangriff in der südwestpakistanischen Provinz Baluchistan getötet worden.

US-Außenminister John Kerry begründete den Drohnenangriff mit der von Mansur ausgehenden Gefahr für US-Soldaten. Bei einem Besuch in Myanmar sagte Kerry, Mansur sei eine „unmittelbare Bedrohung für US-Personal, afghanische Zivilisten und afghanische Sicherheitskräfte“ gewesen. Er habe Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung „direkt abgelehnt“.

Der Drohneneinsatz ist laut US-Regierungsvertretern von Präsident Barack Obama persönlich genehmigt worden. Pentagon-Sprecher Peter Cook erklärte, Mansur sei „ein Hindernis für den Frieden und für die Aussöhnung“ in Afghanistan gewesen. Unter anderem habe er anderen hochrangigen Taliban verboten, an Friedensgesprächen mit der Regierung in Kabul teilzunehmen.

Der Drohnenangriff ereignete sich in der Stadt Ahmad Wal. Nach Angaben des pakistanischen Geheimdienstes wurde ein Toyota Corolla getroffen. Zwei Menschen seien dabei getötet worden und bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Das Außenministerium in Islamabad verurteilte den US-Angriff als Verletzung der Souveränität Pakistans. Die Informationen über den Drohnenangriff würden nun zunächst dem Regierungschef und dem Armeechef vorgelegt. Das Außenministerium hob hervor, dass Mitte Mai auch die USA und Afghanistan darin einig gewesen seien, dass „die einzig gangbare Option für dauerhaften Frieden in Afghanistan“ eine politische Lösung sei.

Mansur war innerhalb der fundamentalistischen Miliz umstritten. Mehrere andere Talibanführer wandten sich von ihm ab, einige schlossen sich anderen Gruppen wie dem Islamischen Staat (IS) an.

Nach dem Tod Mansurs könnten unter den Taliban neue Führungskämpfe ausbrechen. Zu seinen möglichen Nachfolgern gehören sein Sohn Mullah Jakub und sein Bruder Mullah Abdul Manan Achund sowie Mansurs Stellvertreter Haibatullah Achundsada und Siradschuddin Hakkari.

Im Dezember hatte die afghanische Regierung schon einmal den Tod von Mansur gemeldet. Dies wurde von den Taliban allerdings vehement dementiert.

Derzeit führen die radikalislamischen Kämpfer ihre Frühjahrsoffensive mit vermehrten Anschlägen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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