0 Bewertungen
21.04.2008 

Das Werk, das auch auf eine jahrzehntelange Kooperation mit Mercedes-Benz zurückblicken kann, gehört weder dem französischen Konzern noch dem iranischen Staat. Iran Khodro, flüstern in schwarze Tschadors verhüllte Brokerinnen im Handelssaal der Teheraner Börse, sei seit seiner Teilprivatisierung längst in der Hand islamischer Stiftungen. Sie griffen stets nach Aktienpaketen, die die Regierung abstoße, um angeblich die Privatisierung voranzutreiben.

Das war früher. Heute liegen die Dinge anders, raunt man sich an der Börse zu. Rot flimmern persische Schriftzeichen über die Anzeigentafel für die Aktienkurse. Darunter demonstrieren die Porträts der Ajatollahs Khomeini und Khamenei – des Vaters der Revolution und seines Nachfolgers – trotzig, wer die wahre Macht im Staate haben soll.

Die verschleierten Aktienhändlerinnen, die an Tischen im Halbrund vor Porträts und Kurscharts sitzen, wissen es längst besser. Inzwischen kämen bei Börsengängen, bekräftigt eine von ihnen, die Islam-Stiftungen nicht mehr zum Zuge. Die neuen Herren über Anteilsscheine und Firmenbeteiligungen seien immer öfter Ableger der Revolutionsgarden.

„Sepah-e Pasdaran-e Enqelab-e Islami“ – schon der Name der Armee der Wächter der Revolution klingt furchteinflößend. Gegründet wurden sie von Ajatollah Khomeini gleich nach dem Umsturz 1979. Der Revolutionsführer wollte die vielen paramilitärischen Gruppen zu einer ihm loyalen Truppe vereinen.

Im ersten Golfkrieg gegen den Irak wurden die sogenannten „Pasdaran“ zeitweise in die reguläre Armee integriert. Gedacht waren sie jedoch stets als Konkurrenz zur Armee. Die Revolutionswächter erhielten eine eigene Luftwaffe, eine eigene Marine, ein eigenes Heer und einen eigenen Geheimdienst.

Sie sollten jederzeit in der Lage sein, eine Konterrevolution der Militärs niederschlagen zu können.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Die Machtverschiebung.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Steimeiers Freunde und Fe...

    Steimeiers Freunde und Feinde

    Alles läuft auf ihn zu: Frank-Walter Steinmeier könnte die SPD bei der Wahl 2009 anführen. Doch nicht alle führenden Genossen sind ihm wohl gesonnen. Wie jeder Politiker hat auch Steinmeier parteiinterne Gegner und Unterstützer. Seine Freunde und Feinde im Überblick. Bildergalerie 

  • „Datendieben den Garaus m...

    „Datendieben den Garaus machen“

    Auf einem Gipfeltreffen, das heute in Berlin stattfindet, suchen die Bundesregierung und Verbraucherverbände Wege, den illegalen Handel mit Kundendaten einzudämmen. Unternehmen fürchten das Verbot und warnen vor zu viel Regulierung. Einen Kompromiss zu finden könnte sc...Bildergalerie 

  • Auftritt der Supermutter

    Auftritt der Supermutter

    Hurrikan Gustav und eine Schwangerschaft wirbelten den Parteitag der Republikaner durcheinander. Doch Vizekandidatin Palin begeisterte trotz des Familien-Skandals.Bildergalerie 

  • Krönung und Konfetti

    Krönung und Konfetti

    Der Parteitag der Demokraten ist im vollen Gang. Die Show in Denver soll Begeisterung und Siegesgewissheit vermitteln. Es geht darum, die Herzen der Amerikaner zu gewinnen. Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Pecorino in Gefahr 

04.09.2008Global Reporting

Es ist schlecht bestellt um Italiens Schafkäse Pecorino. Und Schuld ist mal wieder die EU. Genau genommen die EU-Erweiterung. Nach zwei Wochen in den Berges des Apennin wischen den Marken und Abruzzen, mache ich mir Sorgen um die Herstellung meines geliebten Pecorino. Blog


weiterMadagaskar

Back to the USSR 

20.08.2008Madagaskar

Krieg als Mittel der Politik ist auch im 21. Jahrhundert keine Ausnahme und nicht den Despoten vorbehalten. Blog