Das Werk, das auch auf eine jahrzehntelange Kooperation mit Mercedes-Benz zurückblicken kann, gehört weder dem französischen Konzern noch dem iranischen Staat. Iran Khodro, flüstern in schwarze Tschadors verhüllte Brokerinnen im Handelssaal der Teheraner Börse, sei seit seiner Teilprivatisierung längst in der Hand islamischer Stiftungen. Sie griffen stets nach Aktienpaketen, die die Regierung abstoße, um angeblich die Privatisierung voranzutreiben.
Das war früher. Heute liegen die Dinge anders, raunt man sich an der Börse zu. Rot flimmern persische Schriftzeichen über die Anzeigentafel für die Aktienkurse. Darunter demonstrieren die Porträts der Ajatollahs Khomeini und Khamenei – des Vaters der Revolution und seines Nachfolgers – trotzig, wer die wahre Macht im Staate haben soll.
Die verschleierten Aktienhändlerinnen, die an Tischen im Halbrund vor Porträts und Kurscharts sitzen, wissen es längst besser. Inzwischen kämen bei Börsengängen, bekräftigt eine von ihnen, die Islam-Stiftungen nicht mehr zum Zuge. Die neuen Herren über Anteilsscheine und Firmenbeteiligungen seien immer öfter Ableger der Revolutionsgarden.
„Sepah-e Pasdaran-e Enqelab-e Islami“ – schon der Name der Armee der Wächter der Revolution klingt furchteinflößend. Gegründet wurden sie von Ajatollah Khomeini gleich nach dem Umsturz 1979. Der Revolutionsführer wollte die vielen paramilitärischen Gruppen zu einer ihm loyalen Truppe vereinen.
Im ersten Golfkrieg gegen den Irak wurden die sogenannten „Pasdaran“ zeitweise in die reguläre Armee integriert. Gedacht waren sie jedoch stets als Konkurrenz zur Armee. Die Revolutionswächter erhielten eine eigene Luftwaffe, eine eigene Marine, ein eigenes Heer und einen eigenen Geheimdienst.
Sie sollten jederzeit in der Lage sein, eine Konterrevolution der Militärs niederschlagen zu können.
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