Den Nutzen haben bisher vor allem die Revolutionswächter. „Unter dem Banner der Privatisierung hat die Regierung die Gesetze so geändert, dass nun weit unter Wert Staatsanteile an Firmen an die Pasdaran gehen können“, sagt der schiitische Theologe Mehdi Chalaji, der inzwischen am Washingtoner Institute for Near East Policy arbeitet. Gleiches gelte für Staatsaufträge, die Pasdaran-Firmen nun ohne Ausschreibung zugeschanzt würden.
Selbst Mohsen Sazegara, einer der Pasdaran-Mitbegründer, der inzwischen im US-Exil lebt wie Hunderttausende Perser, fasst die Lage im Iran so zusammen: „Was einst als Revolutionsgarde begann, ist heute eine Mafia.“
Immerhin sind sich beide, die religiösen Stiftungen und die Pasdaran-Firmen, in einem Punkt einig: Die Reformer dürfen nicht wieder an die Macht kommen, um die Wirtschaft gen Westen zu öffnen und die Macht der Mullahs zu gefährden. Deshalb unterstützen sie – trotz aller Konkurrenz – den Ex-Pasdaran-Kommandeur Ahmadinedschad und dessen Pläne für die Atombombe. Denn das garantiert eine maximale Konfrontation mit dem Westen und somit die größtmögliche Mullah-Macht. Und sie bleiben mit ihren Wirtschaftsimperien weiterhin „nur Allah rechenschaftspflichtig“.

