Mumbai
Anschläge: Indien verdächtigt muslimische Terrorgruppe

Nach den verheerenden Bombenanschlägen auf Pendlerzüge in Mumbai suchen die Ermittler nach den Hintermännern der Attentate. Als Drahtzieher kommt die pakistanische Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba in Frage. Bei den Explosion starben mindestens 200 Menschen, über 700 wurden verletzt.

HB BOMBAY. Einen Tag nach der Anschlagserie in der indischen Finanzmetropole Mumbai, dem früheren Bombay, mit rund 200 Toten verdichten sich die Hinweise darauf, dass muslimische Terrorgruppen die Tat verübten. Aus Sicherheitskreisen hieß es, hauptverdächtig sei die Gruppe Lashkar-e-Toiba (LeT) gemeinsam mit der verbotenen Islamischen Studentenbewegung Indiens (SIMI).

Nach Polizeiangaben haben die Ermittler erste Hinweise auf die Drahtzieher. Die blutigen Anschläge wurden international verurteilt. Der indische Premierminister Manmohan Singh rief die Nation zur Einheit auf und sagte den Terroristen den Kampf an.

Der Staatssekretär im Innenministerium, Vinod Kumar Duggal, wollte keine Terrorgruppe konkret benennen. Noch sei es nicht zu Festnahmen gekommen, sagte er. Der regionale Polizeichef P.S. Pasricha sagte, es habe Hausdurchsuchungen gegeben. Die aus Pakistan heraus operierende Gruppe Lashkar-e-Toiba (Armee der Reinen) könnte in die Anschläge auf Vorortzüge verwickelt sein. Vermutlich sei der Plastiksprengstoff RDX verwendet worden, den die LeT immer wieder bei Anschlägen benutzt.

Die Attentatserie von Mumbai

Die LeT wies eine Tatbeteiligung zurück. Sicherheitsexperten halten das Dementi aber für nicht glaubwürdig. Die indische Regierung hatte die LeT und die SIMI für Anschläge in Mumbai im August 2003 verantwortlich gemacht, bei denen mehr als 50 Menschen starben und RDX verwendet wurde. Pasricha sagte, nach der Bombenserie am Dienstag seien 183 Leichen geborgen worden. 714 Menschen seien verletzt worden. Die Nachrichtenagentur PTI gab die Zahl der Toten mit 200 an. Während des abendlichen Berufsverkehrs waren am Dienstag innerhalb von 30 Minuten in sieben Vorortzügen Bombays Sprengsätze gezündet worden.

Nach der Anschlagserie verschärfte sich der Ton zwischen den Atommächten Indien und Pakistan. Die indische Regierung nannte Äußerungen des pakistanischen Außenministers Khurshid Mehmood Kasuri „erschreckend“. Kasuri hatte die Anschläge mit dem Kaschmir-Konflikt in Verbindung gebracht. Indien forderte Pakistan erneut dazu auf, die „Terror-Infrastruktur“ auf pakistanischem Territorium aufzulösen. Indien und Pakistan führen seit Anfang 2004 Friedensgespräche.

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