Mundell gilt als einer der geistigen Väter des Euro: Nobelpreisträger kritisiert Stabilitätspakt

Mundell gilt als einer der geistigen Väter des Euro
Nobelpreisträger kritisiert Stabilitätspakt

Der europäische Stabilitätspakt gerät mehr und mehr in die Kritik. Der Nobelpreisträger Robert A. Mundell sagte dem Handelsblatt, der Pakt stelle zu stark auf das Haushaltsdefizit ab und kranke an einem "Verlust der Flexibilität".

HB DÜSSELDORF. "Wenn Luxemburg mit einer Staatsverschuldung von 10 Prozent eine Budgetdefizit von 5 oder 10 Prozent hat, würde mich das nicht stören. Wenn aber Italien mit einer Staatsverschuldung von 110 Prozent derart hohe Haushaltsdefizite fährt, ist das ein Riesenproblem", sagte der Ökonom, der als einer der geistigen Väter des Euro gilt.

Kritik übte Mundell an der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB richte ihre Aufmerksamkeit allein auf die Sicherung der Preisstabilität. "Ich glaube nicht, dass sie damit richtig liegt. Die Notenbank muss sich auch direkt um den Wechselkurs des Euro kümmern."

Mundell mahnte außerdem eine Reform des internationalen Währungssystems an. "Auf lange Sicht brauchen wir ein Stabilisierungsabkommen zwischen den drei großen Währungsräumen Dollar, Euro und Yen. Wir müssen etwas gegen unser irrsinniges Währungssystem tun. Es ist doch absurd, dass die zwei wichtigsten Währungen der Welt Schwankungen von 40 Prozent aufweisen."

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