Murcia Zweite Region Spaniens fordert Rettungshilfe

Nach Valencia will auch die autonome Region Murcia im Südosten Spaniens wegen ihrer hohen Schulden bei der Zentralregierung in Madrid Finanzhilfe beantragen. Unterdessen gehen die Proteste weiter.
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Murcias Regierungschef Ramón Luis Valcárcel beantragt finanzielle Hilfe. Quelle: dpa

Murcias Regierungschef Ramón Luis Valcárcel beantragt finanzielle Hilfe.

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MadridMurcias Regierungschef Ramón Luis Valcárcel kündigte am Sonntag an, dass er für seine Region Hilfen im Umfang von 200 bis 300 Millionen Euro erbeten wolle. Er hoffe, dass das Geld im September bereitgestellt werde.

Nach Medienberichten erwägen weitere vier der insgesamt 17 autonomen Regionen Spaniens, Hilfe aus dem vor kurzem gegründeten staatlichen Rettungsfonds FLA zu beantragen. Valencia hatte am Freitag als erste autonome Region einen Hilfsantrag gestellt. Sie will mindestens zwei Milliarden Euro beantragen. Der Rettungsfonds für die Regionen ist mit 18 Milliarden Euro ausgestattet.

Nach Angaben von Experten zweifeln Investoren unter anderem daran, dass es die spanische Zentralregierung gelingen wird, die autonomen Regionen zu mehr Haushaltsdisziplin zu zwingen. Auch das hatte das Misstrauen weiter verstärkt und dazu geführt, dass die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen kletterten auf ein Rekordhoch kletterten. Die Rendite lag im richtungsweisenden Zehnjahresbereich deutlich über der Schmerzgrenze von sieben Prozent.

Polizei zückt Gummiknüppel

Unterdessen demonstrierten Tausende Arbeitslose aus verschiedenen Regionen am Wochenende in Madrid gegen den harten Sparkurs der Regierung. An dem Protestmarsch im Zentrum der spanischen Hauptstadt nahmen nach Angaben der Veranstalter etwa 5000 Menschen teil. Polizeiquellen schätzten die Zahl der Demonstranten dagegen auf rund 3000. Die Demonstration am Samstagabend verlief ohne Zwischenfälle und endete auf dem Platz Puerta del Sol im Herzen Madrids. Als die protestierenden Arbeitslosen an dem Sitz der Zentralbank vorbeizogen, skandierten sie den Slogan „Wir haben die Lösung: Die Bankiers ins Gefängnis.“ Die Demonstration wurde unter anderem von der Gewerkschaft CNT unterstützt.

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21 Kommentare zu "Murcia: Zweite spanische Region beantragt Hilfe vom Staat"

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  • "Ave Merkel, die Totgeweihten grüßen Dich!"

  • Wir können die Medien nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen. Wir können sie aber zwingen, immer dreister zu lügen!

  • Experten sind auch im Bund der Steuerzahler vorhanden.
    Die haben uns schon seit 20 Jahren die Schuldenuhr vor die Nase gehalten. Nur passiert ist nichts.

    Sowohl die Regionen in Spanien wie auch die Bundesländer verhalten sich unsolidarisch mit ihrem eigenen Land. Da brennt die Schuldenwelt und die Regionen wollen vom eigenen Land Milliarden ergaunern oder wie in Deutschland den Länderfinanzausgleich.

    Da sieht man mal, wer in der Politik tätig ist. Mir wird ganz schlecht.

  • Man sehe sich nur diese Fotos an: Moderne Architektur in Valencia. Dann wird vieles klar.

    http://www.google.de/search?q=moderne+architektur+in+valencia&hl=de&prmd=imvns&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=Gy8MUJu2Iqaj4gTr1Z35Cg&sqi=2&ved=0CFkQsAQ&biw=1280&bih=613

  • Na so was, dabei hatte doch das Genie im Bundesfinanzministerium noch vor drei Tagen gesagt, Spanien sei auf einem guten Weg.

    Im Gegensatz zu Schäubles Lügen, Märchen und Schrottvorhersagen liegt Elbers mit seiner Analyse "Das Euro-Desaster" immer richtig. Auch die Unruhen infolge der Deflationspolitik wurden darin korrekt prognostiziert.

    Ich kann nur jedem raten, diese Analyse zu lesen.

    www.matthiaselbers.de

  • Erdbeben?

  • Spanien ist total verschuldet, und zwar nicht nur offentlich, sondern auch privat. Die Situation ist hoffnungslos und die Demagogen beider Grossparteien versuchen jetzt nur noch, die EZB für die bevorstehende Pleite verantwortlich zu machen: die EZB soll wieder spanische Bonds massiv kaufen, also genau die Bonds, die niemand mehr in der Welt kaufen wird, ungeachtet dessen, wie hoch die Zinsen sind, die man anbietet. Der einheitliche Euro, diese politische Lüge, ist unhaltbar. Griechenland, Portugal, Spanien können nicht die gleichye Währung wie Deutschald oder Finnland haben. Eine solche Währungsunion ist einfach Unsinn. Spanien bracuht sofort eine Intervention, die die korrupte politische Klasse beseitigt und die nötigen Reformen einleitet, oder einfach Austritt aus dem Euro, Entwertung und Neuanfang. Alles andere ist einfach Quatsch.

    Alejandro aus Spanien

  • Passt irgendwie dazu (SPON):

    Kapitalflucht-Studie:

    Reiche bunkern mehr als 20 Billionen Dollar in Steueroasen

    Zwischen 21 und 32 Billionen Dollar sollen weltweit in Steueroasen liegen. Das hat jetzt die Untersuchung eines ehemaligen McKinsey-Managers ergeben.

    (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-zu-steuerflucht-reiche-bunkern-21-bis-32-billionen-im-ausland-a-845747.html)

    Macht ja nix, die Kohle, die fehlt, kommt von den braven Steuerzahlern. Käme die nicht würden die reichen ja was von Ihren Billionen (europäischen Billionen, nicht US-amerikanische) verlieren.

  • Danke für den Hinweis.

    Allerdings meinte ich: wie komme ich EU/IWF-Hilfen, gerne auch spanische Regionen- und Bankenrettung.

    Eine Bank gründen? Kann man das einfach so. Und dann Bedarf anmelden?

    LG
    Blackstone

  • ..... zweifeln Investoren unter anderem daran, dass es die spanische Zentralregierung gelingen wird, die autonomen Regionen zu mehr Haushaltsdisziplin zu zwingen.
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    Die Zweifel sind berechtigt - und sie schließen den gesamten ClubMed ein. Eine Erkenntnis, die in allen Online-Foren bereits seit zwei Jahren kolportiert werden, wird hier als neue Expertenerkenntnis verkauft. Wenn es nicht so tragisch wäre, würde ich den ganzen Tag nur noch brüllend vor Lachen verbringen!
    Und ich als Nichtexperte sage voraus, dass nicht nur Griechenland bald verabschiedet wird, sondern dass auch Spanien und Italien folgen werden. Möglicherweise wird das kleine aber diszipliniertere Portugal im Euro-Verbund verbleiben, als kleine Reminiszenz einer einstmals großen Eliten-Idee - die jedoch, leider, leider, keinen Bestand hatte. Auch das haben pfiffige Leute bereits vor über 10 Jahren prognostiziert!

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