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John F. Kerry - Intellektueller ohne Charisma

Die Meinungen über John F. Kerry reichen weit. Die einen feiern ihn als Helden, als Multitalent, als Intellektuellen. Die anderen werfen ihm seine Ernsthaftigkeit, seine Emotionslosigkeit, sein fehlendes Charisma vor. Doch egal, wie Amerika auch bei der Wahl am 2. November entschiedet, Kerry hat seine Ziele, die er verfolgen und durchsetzen will.

HB WASHINGTON. Senator John F. Kerry hat große Pläne. Als Präsident will er die USA verändern - sie „gerechter und stärker“ machen. Vor allem aber möchte er das Bild vom „hässlichen Amerikaner“ beseitigen. Er will, gewinnt er die Präsidentenwahl am 2. November, mit neuen Allianzen und alten Freunden den globalen Herausforderungen wie Terrorismus oder dem Nahost-Konflikt begegnen. Sicher ist, dass nach dem eher bodenständigen Texaner George W. Bush mit Kerry ein Mann von Welt ins Weiße Haus einzöge.

Selbst auf den ersten Blick ist er ein eindrucksvoller Mann. Groß, sportlich, mit energischen Gesichtszügen und bei jeder Gelegenheit stets perfekt und erstklassig gekleidet. Noch beeindruckender aber sind seine Bildung, seine vielfältigen Interessen und seine Karriere. Der Diplomatensohn und Internats-Zögling wuchs viele Jahre in Europa auf, so dass er mehrere Sprachen - unter anderem auch etwas Deutsch. Zudem ist der Jurist ist nicht nur sehr belesen, sondern spielt passabel Gitarre und schreibt Gedichte. Ein guter Sportler - er glänzt auf dem Eis, dem Rennrad, dem Surfbrett, dem Snowboard sowie auf Pferden - ist er allemal. Und er liebt schwere Motorräder.

Kerry, der sich als Kämpfer für die sozial Schwachen und die Mittelklasse präsentiert, ist nicht zuletzt dank seiner schwerreichen - und sehr eigenwilligen - Ehefrau Teresa Heinz Kerry ein sehr vermögender Mann. Genüsslich präsentierten US-Medien das Luxusleben der Kerrys: fünf Villen und Landhäuser, bis zu 14 Millionen Dollar (11,8 Millionen Euro) teuer. Kerrys Siegeszug bei den Vorwahlen begründeten viele Demokraten damit, dass sie ihn für besonders „wählbar“ hielten. Er sei für eine große Mehrheit der derzeit politisch zerrissenen Nation akzeptabel.

Kerry klingt glaubwürdig, wenn er beispielsweise von Patriotismus spricht: Immerhin war er zunächst freiwillig als Soldat in Vietnam, wo er für seine Tapferkeit mehrfach ausgezeichnet wurde. Dass er dann 1970 zu einem der schärfsten Kritiker des Vietnamkriegs wurde, machte ihn für viele zum wahren Helden.

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