Mustafa Akinci
Herausforderer wird Präsident der türkischen Zyprer

Seit mehr als 40 Jahren ist Zypern geteilt. Jetzt senden die Türken auf der Insel ein Signal: Sie wählen einen gemäßigten Politiker zum Präsidenten. Er könnte die Verhandlungen über eine Wiedervereinigung voranbringen.
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NikosiaDie türkischen Zyprer haben den Oppositionskandidaten Mustafa Akinci zu ihrem Präsidenten gewählt. Laut offiziellem Ergebnis erhielt er am Sontag 60,38 Prozent der Stimmen und besiegte damit Amtsinhaber Dervis Eroglu, der als Hardliner gilt. Die Wahlbeteiligung lag bei etwas mehr als 64 Prozent.

Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag hatte Amtsinhaber Eroglu noch mit etwas mehr als einem Prozentpunkt vor Akinci gelegen. Dieser bekam vor der Stichwahl die Unterstützung einer linksgerichteten Partei, deren Kandidatin im ersten Wahlgang den dritten Platz holte.

Bei der Abstimmung ging es darum, wer die türkischen Zyprer bei Gesprächen über eine Wiedervereinigung der ethnisch gespaltenen Mittelmeerinsel vertreten soll. Akinci gilt als gemäßigt und könnte nach Ansicht von Beobachtern die Verhandlungen voranbringen.

Zypern ist seit der türkischen Invasion 1974 in einen türkischen und griechischen Teil gespalten. Der Einmarsch war die türkische Reaktion auf einen Putsch, der den Anschluss Zyperns an Griechenland zum Ziel hatte. Die 1983 erklärte Unabhängigkeit der türkischen Zyprer wird nur von der Türkei anerkannt. Die Republik Zypern ist Teil der EU und der Eurozone.

Gespräche über eine Wiedervereinigung blieben bislang erfolglos. Der UN-Gesandte Espen Barth Eide sagte kürzlich, dass neue Verhandlungen im Mai beginnen könnten. Die zyprische Regierung hatte die Friedensgespräche im vergangenen Oktober ausgesetzt, weil die Türkei vor der Südküste der Insel nach Erdgas suchen wollte. Dort hatte aber schon die Republik Zypern ein italienisch-südkoreanisches Konsortium mit der Suche nach Rohstoffen beginnen lassen.

Ein Zypern-Abkommen könnte die Bemühungen der Türkei um einen Beitritt zur EU erleichtern und eine engere Sicherheitszusammenarbeit auf der Südflanke der Nato ermöglichen. Zudem könnte eine Vereinbarung zu neuen Partnerschaften im Energiesektor beitragen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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