Mutmaßlicher Racheakt
Jugendlicher offenbar von Israelis entführt und getötet

Nach der Ermordung von drei Talmudschülern ist ein palästinensischer Junge offenbar von rechtsgerichteten Israelis getötet worden. Israels Premier Netanjahu schließt eine erneute Besetzung des Gazastreifens nicht aus.
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Die Leiche eines arabischen Jugendlichen ist nach israelischen Medienberichten am Mittwoch in einem Wald bei Jerusalem gefunden worden. Es bestehe der Verdacht, das er zuvor von rechtsgerichteten Israelis entführt worden sei, meldete das Fernsehen. Am Dienstag hatten Hunderte Demonstranten in Jerusalem Rache für den Mord an drei jüdischen Jugendlichen gefordert, deren Leichen im Westjordanland gefunden worden waren.

Wie das israelische Radio am Mittwoch meldete, wurde der palästinensische Junge in Jerusalem verschleppt. Die Polizei teilte mit, sie ermittle in dem Fall. Die Todesursache sei noch unklar, berichtete die Zeitung „Jerusalem Post“. Nach anderen Berichten wies die Leiche Brandspuren auf.

Der israelische Polizeiminister Izchak Aharonovich hatte nach dem Mord an den drei jüdischen Jugendlichen vor Racheaktionen gewarnt. Israel macht die radikalislamische Hamas für die Tat verantwortlich. Bislang hat sich keine Palästinenserorganisation zu dem Verbrechen bekannt.

Der Mord an den drei israelischen Jugendlichen hatte die Öffentlichkeit tief entsetzt, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte die radikalislamische Hamas für die Tat verantwortlich und drohte mit Vergeltung. Das Verschwinden der zwei 16-Jährigen und eines 19-Jährigen, die am 12. Juni entführt worden waren, als sie per Autostopp zwischen Bethlehem und Hebron unterwegs waren, hatte die israelische Öffentlichkeit über Wochen in Atem gehalten. Am Montag wurden dann ihre Leichen auf einem Feld beim Dorf Halhul nordwestlich von Hebron entdeckt – unweit der Stelle, wo sie zuletzt gesehen worden waren.

Die drei Jugendlichen wurden am Dienstag unter großer Anteilnahme beigesetzt. Zehntausende kamen zu der Trauerfeier für die Talmudschüler in Modiin, unter ihnen Netanjahu und Präsident Schimon Peres.

Netanjahu drohte am Abend vor einer erneuten Sitzung des Sicherheitskabinetts mit einer Verstärkung der Bombenangriffe auf Stellungen der Hamas im Gazastreifen. Der Einsatz im Westjordanland werde parallel fortgesetzt. Laut dem Fernsehen schloss er aber eine Bodenoffensive im Gazastreifen oder die erneute Besetzung des Gebiets aus.

Bei der wochenlangen Suchaktion nach den Jugendlichen im Westjordanland hatten die israelischen Sicherheitskräfte 420 Palästinenser festgenommen, die meisten von ihnen Mitglieder der Hamas. Sechs Palästinenser wurde bei dem Einsatz bisher getötet.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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