Wurde Trumps Wahlkampf aus Russland bezahlt?

Mutmaßungen eines Republikaners
„Ich glaube, Trump und Rohrabacher werden von Putin bezahlt“

Ein führender Republikaner hat Medienberichten zufolge den Verdacht geäußert, der Wahlkampf von US-Präsident Trump werde aus Russland finanziert. Der Vorfall liegt fast ein Jahr zurück, schlägt jetzt aber hohe Wellen.
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WashingtonDer Fraktionschef der Republikaner im US-Abgeordnetenhaus, Kevin McCarthy, hat nach einem Bericht der „Washington Post“ während des Wahlkampfes die Vermutung geäußert, Donald Trumps Kampagne werde aus Russland finanziert. „Es gibt zwei Leute, von denen ich glaube, dass sie von Putin bezahlt werden“, sagte McCarthy am 15. Juni 2016. „Trump und Rohrabacher.“ Dana Rohrabacher ist ein republikanischer Politiker, der sich wiederholt positiv über Russland und Wladimir Putin geäußert hatte.

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, sei damals eingeschritten und habe die Anwesenden eingeschworen, diese Unterhaltung nicht nach draußen dringen zu lassen. Später erklärte Ryan der „Washington Post“, McCarthy habe „ganz klar versucht, witzig zu sein“.

Kurz bevor McCarthy die möglicherweise explosive Bemerkung gemacht hatte, hatten sowohl er selbst als auch Ryan unabhängig voneinander Unterredungen mit dem ukrainischen Premierminister Wladimir Groisman geführt. Dieser hatte laut „Washington Post“ erklärt, dass die Regierung von Wladimir Putin gezielt populistische Politiker finanziert, um demokratische Institutionen in Osteuropa zu untergraben.

Insider berichten zudem, dass zwischen Wahlkampfberatern von US-Präsident Donald Trump und Personen mit Verbindungen zur russischen Führung hat ein engerer Austausch bestanden habe als bislang bekannt. Zwischen April und November 2016 habe es in mindestens 18 Fällen entsprechende Telefonate oder E-Mails gegeben, sagten ehemalige und gegenwärtige US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Die Kommunikationsvorgänge seien bislang nicht öffentlich gemacht worden. Sie seien Teil der Unterlagen, die derzeit von der Bundespolizei FBI und Ermittlern des Kongresses geprüft würden. Diese untersuchen Vorwürfe, wonach Russland sich in den Präsidentschaftswahlkampf zugunsten Trumps eingemischt hat und es Kontakte zwischen Russen und Trumps Beratern gegeben haben soll.

Die Regierungsvertreter, die Reuters die Informationen gaben, sagten, sie hätten in den bislang überprüften Kommunikationsvorgängen keine Hinweise für ein falsches Verhalten erkannt. Dennoch könnte sich mit dem Bekanntwerden der 18 Kontaktaufnahmen der Druck auf Trump und seine Berater weiter erhöhen, dem FBI und dem Kongress einen vollständigen Einblick in ihre Beziehungen zu Russen und anderen Vertretern mit Verbindungen zum Kreml zu gewähren.

Das US-Präsidialamt lehnte eine Stellungnahme ab, ebenso wie ein Vertreter des russischen Außenministeriums in Moskau.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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