Myanmar
Berichte: Generäle foltern Oppositionellen zu Tode

Die Verhaftungswelle in Myanmar geht weiter. Einer Dissidentenorganisation zufolge wird die Militärregierung sogar immer brutaler. Es gibt Berichte über Folter von Mönchen und Vergewaltigungen. Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft bleibt allerdings gemäßigt.

HB RANGUN. Sicherheitskräfte haben einer Dissidentenorganisation zufolge einen Oppositionellen zu Tode gefoltert. Der 42 Jahre alte Win Shwe sei an den Folgen der Misshandlungen bei einem Verhör gestorben, erklärte der Unterstützerverband für politische Gefangene (AAPP) unter Berufung auf Behördenmitarbeiter in dem Ort Kyaukpandawn.

Demnach war das Mitglied der wichtigsten Oppositionspartei NLD zusammen mit vier anderen Menschen am 26. September wegen der Teilnahme an den seit fast 20 Jahren größten Protesten gegen die Militärregierung festgenommen worden. „Seine Leiche wurde jedoch nicht der Familie übergeben und die Vernehmer deuteten an, dass er stattdessen eingeäschert wurde“, teilte der AAPP mit Sitz in Thailand mit.

Der Sicherheitsrat der Uno tut sich derweil schwer, das Vorgehen der Junta zu verurteilen. Erst nach langwierigen Verhandlungen wurde jetzt eine Einigung über die zentralen Punkte einer Erklärung zur blutigen Niederschlagung der Proteste erzielt. China setzte sich mit seiner Forderung durch, die Niederschlagung der Proteste nicht mehr zu "verurteilen".

Nach Medienberichten über Win Shwes Tod drohte die US-Regierung mit neuen Sanktionen gegen das südostasiatische Land. „Die Junta muss die brutale Behandlung ihres Volkes stoppen“, sagte Präsidialamtssprecher Gordon Johndroe.

Ende September waren, von den Mönchen angeführt, rund 100 000 Menschen auf die Straßen von Rangun gegangen. Auslöser der Proteste waren die gestiegenen Benzin- und Warenpreise. Bei der blutigen Niederschlagung der Demonstrationen wurden mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 2100 festgenommen.

Die Militärregierung in Myanmar kritisierte derweil westliche Staaten und die Medien scharf. Die staatliche Zeitung "New Light of Myanmar" bezeichnete die Regimekritiker als "Handlanger ausländischer Staaten, die ein Stück ihrer ausländischen Herren aufführen".

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