Myanmar
Opposition lässt Generäle abblitzen

Die Militärjunta in Myanmar hat „Versöhnungsgespräche“ vorgeschlagen. Doch die Partei der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi will davon nichts wissen. Sie vermutet ein ganz anderes Motiv hinter dem Angebot der Generäle.

HB RANGUN. Ein Sprecher der NLD sagte am Freitag, die Einladung zu einem Gespräch sei von offizieller Seite nicht ernstgemeint gewesen. Die Junta wolle, dass Suu Kyi etwas zugebe, was sie gar nicht getan habe.

„Viele Leute argwöhnen, dass die Vorbedingungen der Militärregierung als Ausrede dienen werden, um die Gespräche platzen zu lassen“, sagte Khin Maung Win von dem in Norwegen produzierten Oppositionssender „Demokratische Stimme Burmas“. „Sie schaffen schon jetzt die Voraussetzungen, um Suu Kyi dann für ein Scheitern der Gespräche zu verurteilen.“

Suu Kyi (62) ist seit 2003 wieder unter Hausarrest. Sie hat 12 der letzten 18 Jahre in Isolation verbracht. In den kurzen Phasen ihrer Freiheit hatte Suu Kyi internationale Sanktionen und einen Reiseboykott gegen ihr Land immer befürwortet. Das war auch innerhalb der Oppositionsbewegung teils auf Kritik gestoßen. „Damit wird nur das Wirtschaftsmonopol in den Händen der Generäle zementiert“, sagte eine Dissidentin in Rangun.

Die Militärregierung hatte am Donnerstag Bedingungen für Gespräche mit Suu Kyi gestellt. Die Friedensnobelpreisträgerin müsse ihre hinderlichen Handlungen und ihre Unterstützung für internationale Sanktionen aufgeben, hieß es im staatlichen Fernsehen. Junta-Chef Than Shwe habe sich bei dem Uno-Sondergesandten Ibrahim Gambari zudem darüber beschwert, dass die Oppositionelle Konflikte suche und einen zerstörerischen Kurs fahre. Allerdings wurde nicht erläutert, was Than damit meinte.

Gambari hatte Suu Kyi bei seinem Besuch in Myanmar ebenfalls getroffen und ist aus dem südostasiatischen Land inzwischen zurückgekehrt. Am Donnerstag informierte er Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon Bericht über die Lage. Im Tagesverlauf soll der Sondergesandte dem Sicherheitsrat seinen Bericht vorlegen.

China ist weiterhin gegen Maßnahmen des Uno-Sicherheitsrats gegen die Militärregierung. „Wir glauben immer noch, dass es sich im Grunde um interne Probleme handelt“, sagte der chinesische Uno-Botschafter Wang Gunagya. „Keine international aufgezwungene Lösung kann in der Situation helfen.“

Bei der Auflösung friedlicher Protestmärsche von buddhistischen Mönchen und Anhängern der Demokratiebewegung wurden nach Angaben von Dissidenten bis zu 200 Menschen getötet und 6000 verhaftet. Die Behörden gaben die Zahl der Todesopfer mit zehn an.

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