Mysteriöse Auslandsreise
Kim studiert in China Reformkonzepte

Informationen über Nordkorea sind rar und vage. Doch nach langem Rätselraten sprechen alle Indizien dafür: Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-Il reist seit einer Woche durch China, um sich politisch inspirieren zu lassen.

TOKIO. Japanische Medien haben verschwommene Videoaufnahmen von Kim erhascht, eine Hongkonger Zeitung beschreibt sein Programm in der südchinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen im Detail. Und das Hotel, in dem er genächtigt haben soll, war zeitweise abgeschottet.

Bei Nordkorea-Beobachtern erweckt der Besuch Hoffnung auf eine Fortsetzung der 2002 vorsichtig begonnen Wirtschaftsreformen in dem kommunistischen Land. Er sehe im jüngsten Besuch „signifikante Signale“, meint Kim Young-Yoon, Direktor des Zentrums für Nordkorea-Wirtschaft am Südkoreanischen Institut für nationale Wiedervereinigung in Seoul. Mit Shenzhen, der ersten Sonderwirtschaftszone Chinas, habe Nordkoreas Kim den Anfangspunkt von Chinas Öffnung besichtigt. Zudem gehörten zum Besuchsprogramm auch Technologiefirmen, der Hafen und eine Universität. Mittlerweile soll Kim auf dem Weg nach Peking sein.

Forscher Kim erwartet nach dem Chinabesuch in diesem Jahr neue Reformschritte in Nordkorea. Eine weitere Flexibilisierung des Lohn- und Preissystems mit mehr Verantwortung der Unternehmen etwa. Wichtig sei es zudem, ausländischen Partnern in Gemeinschaftsfirmen mehr Managementkompetenz zuzugestehen. Nordkorea ist auf der Suche nach Kapital aus dem Ausland, denn ohne dies bleibt der Erfolg der Wirtschaftsreformen begrenzt.

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