Mysteriöser Todesfall in Nordkorea
Enger Berater von Kim Jong Un stirbt bei Unfall

Kim Yang Gon galt als enger Vertrauter von Nordkoreas Machthaber. Der 73-Jährige war für die Beziehungen mit Südkorea verantwortlich. Ob er wirklich wegen eines Verkehrsunfalls ums Leben kam, wird bezweifelt.

Pjöngjang, SeoulEin für die Beziehungen zu Südkorea verantwortlicher Top-Funktionär in Nordkorea ist staatlichen Medien zufolge bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Kim Yang Gon sei am Dienstagmorgen gestorben, meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Er wurde demnach 73 Jahre alt. Für Donnerstag sei ein Staatsbegräbnis geplant.

Kim Yang Gon galt als enger Vertrauter von Machthaber Kim Jong Un. In der KCNA-Meldung vom Mittwoch wurde Kim Yang Gon als „standhafter Revolutionsgenosse“ bezeichnet, der sich um eine Vereinigung mit Südkorea bemüht habe. Nach Einschätzung von Experten in Seoul bleiben die Beziehungen zum Norden nach dem unerwarteten Tod des Beamten weiter gespannt.

Gespräche über weitere Schritte zur Entspannung des Verhältnisses zwischen Nord- und Südkorea waren Mitte Dezember ohne Einigung beendet worden. Die Unterredungen waren Teil eines bilateralen Abkommens vom August zur Verbesserung der Beziehungen.

Zwar gelten die Straßenverhältnisse in Nordkorea als schlecht. Doch befeuerte der Mangel an Details zum Fall Kim Yang Gon Spekulationen in südkoreanischen Medien, sein Tod könnte auf andere Weise verursacht worden sein. In den vergangenen Jahren hatten Berichte über tödliche Verkehrsunfälle von hochrangigen nordkoreanischen Beamten zu ähnlichen Mutmaßungen geführt.

So hatte die Nachrichtenagentur KCNA im Jahr 2010 berichtet, ein Vizedirektor des Zentralkomitees der Arbeiterpartei sei im Alter von 80 Jahren bei einem Verkehrsunfall gestorben. Ri Je Gang soll sich mit einem mächtigen Onkel von Kim Jong Un gestritten haben, der 2013 von seinem Neffen wegen angeblichen Hochverrats hingerichtet wird.
Vor dem Tod des gestern verstorbenen Top-Funktionärs gab es freilich keine Anzeichen dafür, dass Kim Yang Gon in größere Streitigkeiten mit anderen Funktionären involviert war. Freilich wird über Nordkorea auch spekuliert, dass sich die Beamten nach Partys alkoholisiert hinters Steuer setzen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur
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