Nach Absturz von MH17
OSZE will Absturzstelle erneut untersuchen

Die Suche nach Schuldigen des möglichen Abschusses eines Passagierjets über der Ukraine mit 298 Menschen an Bord läuft auf Hochtouren. Keine der Konfliktparteien will es gewesen sein. Die USA zeigen auf die Separatisten.
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Moskau/AmsterdamNach dem mutmaßlichen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine geht die Suche nach den Verantwortlichen weiter. Internationale Beobachter wollen am Samstag erneut versuchen, das Trümmerfeld zu inspizieren. Bei ihrem ersten Versuch durften sie sich auf Geheiß der prorussischen Separatisten, die in der Gegend das Sagen haben, nicht gänzlich frei an der Absturzstelle bewegen. Nach US-Erkenntnissen ist es sehr wahrscheinlich, dass moskautreue Kräfte die Maschine abgeschossen haben.

Alle 283 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder der Malaysia- Airlines-Boeing waren bei dem Absturz am Donnerstag ums Leben gekommen, unter ihnen auch 189 Niederländer und 4 Deutsche. Alle betroffenen Länder sowie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordern eine unabhängige Untersuchung.

Wegen des Absturzes von Flug MH017 telefonierte US-Präsident Barack Obama mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Obama sprach am Freitag auch mit dem britischen Premierminister David Cameron, Polens Premierminister Donald Tusk und Australiens Premierminister Tony Abbott, teilte das Weiße Haus mit. Alle fünf Politiker sprachen sich in den Telefonaten demnach für eine schnelle internationale Untersuchung aus, um die Hintergründe des Absturzes der malaysischen Maschine zu klären. Mit Merkel sprach Obama auch über die neuen Sanktionen der USA und der EU gegen Russland.

Eine Sprecherin der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sagte, die Beobachter seien am Freitag zwar nahe an die Absturzstelle herangekommen und hätten auch Wrackteile gesehen. Frei bewegen können hätten sie sich aber nicht. Bewaffnete hielten sie demnach auf, ein den Beobachtern angekündigter Anführer sei nicht erschienen. Der OSZE-Forderung, nichts an der Absturzstelle zu verändern, wurde der Sprecherin zufolge nicht gänzlich nachgekommen. Gepäckstücke seien fein säuberlich aufgereiht worden.

Wer hinter dem Absturz steckt, ist noch immer unklar. Laut Obama sind dafür aber sehr wahrscheinlich moskautreue Kräfte verantwortlich. Die Boden-Luft-Rakete, die das Flugzeug abgeschossen habe, sei aus einem von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden, sagte Obama. „Wir wissen noch nicht genau, was passiert ist“, räumte er ein. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass ein Flugzeug von den Aufständischen abgeschossen worden sei.

Indirekt wies Obama Russland eine Mitverantwortung zu. „Das war kein Unfall. Das passiert wegen russischer Unterstützung.“ Ohne diese sei es den Separatisten nicht möglich, „so zu funktionieren, wie sie funktionieren“. Die Regierung in Moskau wies alle Vorwürfe zurück - und machte ihrerseits die ukrainische Führung mitverantwortlich.

Direkte Anschuldigungen gegen Kremlchef Wladimir Putin vermied Obama. Man dürfe keine voreiligen Schlüsse ziehen, sagte er. Angesichts der Tragödie riefen Obama und Putin die Konfliktparteien in der Ukraine zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Obama bezeichnete den Vorfall auch als „Weckruf“ für Europa und die Welt. Er forderte Russland erneut auf, endlich für Frieden in der Ukraine zu sorgen.

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